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KSTA: Strenge Sicherheitsmaßnahmen

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13
Apr
2016

Experten erklären, wie sie sich den Brückenneubau an der A 1 vorstellen

Ein Tunnel ist nach Einschätzung des Landesbetriebs Straßen NRW viel zu teuer und aufwendig. Für den Neubau der Leverkusener Autobahnbrücke sind wegen der damit verbundenen Eingriffe in die Giftmülldeponie am Wiesdorfer Rheinufer allerdings Vorkehrungen nötig, die im Bau- und Planungsausschuss bei manchen Politikern Zweifel aufkommen ließen, ob ein Tunnel nicht doch die einfachere Lösung ist. Was alles getan werden muss, um Gefahren zu vermeiden, erläuterten drei Vertreter des Landesbetriebs, darunter Projektleiter Thomas Raithel, anhand eines mit 40 Folien illustrierten Vortrags. Permanente Kontrollen Demnach fallen bei den Bauarbeiten rund 230 000 Kubikmeter Erdaushub an, davon etwa 90 000 Kubikmeter verseuchtes Material. Da ein Kubikmeter 1,6 bis 1,8 Tonnen wiegt, könnte es sich also um bis zu 162 000 Tonnen Giftstoffe handeln, die auf Sondermülldeponien entsorgt oder in speziellen Anlagen verbrannt werden müssen. Technisch sei das aber alles machbar und werde tagtäglich auf etlichen Baustellen in ganz Deutschland problemlos praktiziert, so die Experten des Landesbetriebs. Um zu verhindern, dass Giftstoffe in die Umwelt gelangen, soll die Baustelle teilweise unter Planen oder auch mit festen Wänden und Dächern „eingehaust“ werden. Darunter wird ein Unterdruck erzeugt, so dass weder Erdreich noch Dämpfe ins Freie entweichen können. Die Arbeiter müssen in den gefährdeten Bereichen Vollschutzkleidung mit externer Atemluftversorgung tragen. Permanente Kontrollen und Messungen, Absaugpumpen, Filter, Beregnungs- und Befeuchtungsanlagen, Waschstraßen für die benötigten Lastwagen und bei Bedarf auch das vollständige Einstellen aller Arbeiten gehören zu den weiteren Maßnahmen. Dort, wo im Bereich des Spaghettiknotens Stützpfeiler für den Anschluss der Autobahn 59 an die A 1 in den Untergrund getrieben werden, soll das Erdreich außerdem mit flüssigem Stickstoff vereist werden. Den Neubau des Autobahnkreuzes Leverkusen-West bezeichneten die Experten als unabweisbar, weil die 1974 errichteten Fahrbahnen das Ende ihrer Lebensdauer erreicht hätten und ohnehin ersetzt werden müssten. Und da die Normen für die Tragfähigkeit der Stützen inzwischen erheblich verschärft worden seien, führe auch an ihrer Erneuerung kein Weg vorbei. Sowohl die Bürgerliste als auch die Leverkusener Interessenvertretung gegen Feinstaub, Lärm und andere gesundheitsschädigende Immissionen (IFL) forderten in zwei Anträgen dagegen, wegen der großen Risiken auf jedwede Eingriffe in die Giftmülldeponie zu verzichten. IFL-Sprecher Horst Müller, der von seinem Rederecht in der Ausschusssitzung ausgiebig Gebrauch machte, schlug dagegen einmal mehr eine Sowohl-alsauch- Lösung vor: Zunächst solle ein Tunnel mit drei Fahrspuren für jede Richtung unter dem Rhein gebohrt, später noch eine neue Brücke mit je zwei Fahrspuren errichtet werden. Der gesamte Fernverkehr, so Müller, könne dann den Tunnel nutzen, während nur Gefahrguttransporter und alle die Leverkusener Autobahnausfahrten ansteuernden Fahrzeuge über die Brücke fahren würden.

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KSTA: Die Risse im Stahl mit eigenen Augen sehen

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21
Mrz
2016

Gewinner eines Preisausschreibens konnten sich am Freitag vor Ort von den massiven Schäden im Bauwerk überzeugen

„Da ist ein Riss, da ist auch ein Riss, da ist wieder ein Riss.“ Hans- Dieter Jungmann steht in einer von acht Ankerkammern, in der die faustdicken Stahlseile der Brückenkonstruktion zusammenlaufen, eine tonnenschwere Last zerrt an ihnen. Er leuchtet blau markierte Punkte im Stahl aus, die Schäden kennzeichnen. Es sind viele. Jungmann arbeitet für den Landesbetrieb Straßenbau und hat die Bauaufsicht über das Sorgenkind A-1-Rheinbrücke. An diesem Freitag führt er eine neunköpfige Besuchergruppe durch den Hohlkörper des Brückenbaus. Sämtliche Teilnehmer sind männlich, der jüngste unter ihnen ist mit seinem Vater hier und gerade einmal sechs Jahre alt. Sie haben den Besuch in einem Preisausschreiben von Straßen NRW gewonnen. Auch Lothar Müller hat gespannt auf den Termin gewartet, er wohnt in Leverkusen und arbeitet dort im Metall- und Maschinenbau. Den Ortstermin möchte er nutzen, um sich selbst von der Notwendigkeit der Einschränkungen auf der Brücke zu überzeugen. „Es gibt wenige Informationen über die Vorgänge und sehr viele Meinungen“, äußert sich Müller, bevor Jungmann ihn und die anderen in das Innere der Brücke führt. Reparatur mit Stahlflicken Der Bauaufseher erzählt den Männern von der Geschichte des Bauwerks, den Problemen, die die Stahlkonstruktion macht, der Entdeckung „komischer Risse“ im Stahl im Jahr 2011, der behelfsmäßigen Reparatur mit Stahlflicken. Und dann gibt es Anschauungsunterricht. Manch einer der Teilnehmer zählt zu Beginn des Rundgangs noch die silbrig-braunen Schweißnähte, die die Konstruktion dort in einem Stück halten sollen, wo der mangelhafte Stahl kurz davor stand, den Widerstand aufzugeben. Doch das Zählen hat keinen Zweck, zu viele Schäden sind es. Alle paar Meter bleibt Jungmann in dem galeerenartigen Hohlbau stehen, deutet auf Details im Stahl, erklärt Stationen, mit Hilfe derer die Belastung der Brücke gemessen wird, verkündet: „Im Moment sieht es nicht so aus, als würden Lkw die Brücke je wieder befahren dürfen.“ Zu groß und zahlreich sind die Stahlschäden. Momentan sei die Brücke sicher, stellt Jungmann fest, das könne aber nur gewährleistet werden, wenn die Belastung so niedrig wie möglich sei. Lothar Müllers Unsicherheit über den Nutzen der Arbeiten ist wie weggefegt: „Die Schäden sind schon beängstigend.“ Jungmann versichert aber: „Wir tun alles dafür, dass die Brücke für ihre Restlaufzeit sicher ist.“ Jeden Tag seien ein Dutzend Arbeiter in der Brücke im Einsatz. Damit nicht nur die Anwohner, die sich vor Ort informiert haben, guten Mutes den Rhein auf dem maroden Bau überqueren können.

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KSTA: Aus für den kleinen Tunnel?

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15
Mrz
2016

Schoofs wertet Gutachten von Verkehrsplanern als seinen Durchbruch

Erhard Schoofs von der Bürgerliste freut sich: Am vergangenen Samstag bekam er ein Gutachten in die Hand gedrückt. In dem geht es mal wieder um das derzeit wohl wichtigste Politikum Leverkusens: die Sache mit der Stelze, dem Tunnel und der Brücke. Kurzum: Was geschieht bei einem Brücken-Neubau über den Rhein mit der Autobahn, die dahinter durch die Stadt führt? In dem Gutachten, in Auftrag gegeben vom Landesbetrieb Straßen NRW, kommen drei Diplomingenieure zum Ergebnis, dass die „kleine Tunnellösung“ für das Autobahn-Problem eben keine Lösung ist. „Und das“, sagt Schoofs, „ist ein Geschenk des Himmels und Wasser auf unsere Mühlen.“ Denn er und seine Partei haben sich von Beginn an gegen diese kleine Lösung ausgesprochen, wurden aber von niemandem ernsthaft gehört. Zur Erklärung: Drei mögliche Varianten gibt es für den Neubau der maroden Rheinbrücke zwischen Leverkusen und Köln. Erstens: Die Brücke wird neu und größer gebaut – und ebenso die daran anschließende und bis zum Autobahnkreuz führende Stelze. Zweitens: Die Brücke wird neu und größer errichtet – anstelle der Stelze aber führt ein kurzer Tunnel die Autobahn vom Wasserturm bis zum Autobahnkreuz. Drittens: Es gibt weder eine neue Brücke noch eine neue Stelze, sondern nur einen langen Tunnel, der von Niehl aus unter dem Rhein entlang bis hinter das Autobahnkreuz führt. Genau das will die Bürgerliste. Das Problem: Bislang weigerten sich alle anderen Parteien, die Machbarkeit genau dieser Lösung zu prüfen. Schoofs vermutet dahinter reine Frackigkeit. Dabei sei die große Tunnellösung doch die bürgerfreundlichste, schnellste und billigste: „Wir gehen auf der anderen Rheinseite in die Erde und kommen am Autobahnkreuz wieder raus. Alle Experten, die wir als Partei bislang auf eigene Kosten dazu befragt haben, sagen, das sei kein Problem.“ Im Falle eines großen Tunnels würden zudem weder der rechtsrheinisch unter der Erde gelagerte, bislang fest umschlossene Giftmüll von Bayer angerührt. Noch gebe es oberirdische Baustellen wie bei den anderen beiden Lösungen. Vor allem aber – und hier kommt das neue Gutachten von Straßen NRW ins Spiel – stelle sich nun heraus, dass die kleine Tunnellösung rechtlich gar nicht möglich sei. Denn der Tunnel würde nicht unterirdisch, sondern „offen“ gebaut und erst ganz am Schluss von oben verschlossen. Das bedeute: Die alte Stelze würde während der Bauarbeiten zwar weiterhin benutzt, aber auf beiden Fahrbahnseiten verengt werden. Und in diesem Fall sei sie viel zu eng, um die regelmäßig in beiden Richtungen verkehrenden, großen Gefahrguttransporte sicher fahren zu lassen. Aus diesem Grund wollen Schoofs und die Bürgerliste nun einen neuen Versuch unternehmen, die Leverkusener – vor allem die im Rathaus – hinter sich zu bringen: Zur Ratssitzung am kommenden Freitag reichen sie einen Antrag ein. In dem berufen sich auf das neue Gutachten. Und in dem fordern sie, endlich auch die große Tunnellösung zu prüfen. Die sei bislang nämlich außen vor geblieben. Übrigens: Sollte die Sache mit dem Antrag scheitern, werde die Bürgerliste den Kampf vor Gericht weiterführen.

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