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RP: A1: Bayer und Lanxess haben ein Brückenproblem

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1
Dez
2012

Aus Sicherheitsgründen ließ der NRW-Verkehrsminister die A 1-Brücke für Lkw gestern sperren. Es sind neue starke Schäden aufgetaucht.

VON LUDMILLA HAUSER
LEVERKUSEN NRW-Verkehrsminister Michael Groschek (SPD) hat sich gestern zum „Handlungsreisenden in Sachen Brückensicherheit in NRW“ erklärt. Er will den Neubau der Leverkusener A1-Brücke forcieren, will dazu in der kommenden Woche mit Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer Gespräche führen, „und wenn er ihm „dafür durch halb Europa nachfahren“ müsse. Es könne nicht sein, dass Deutschland für vieles im Ausland Mittel bereitstelle, aber für die eigene Infrastruktur nicht. Der Brückenneubau „muss so schnell wie möglich geschehen“. Angedacht war eine neue Brücke bisher innerhalb von zehn bis 15 Jahren. Groschek war am Mittag in der Brücke auf eine Leiter gestiegen, um sich die Risse anzusehen. Sieben der neuen und schwierig zu reparierenden Schäden waren bei einer Kontrolle am Donnerstag aufgefallen. Insgesamt gibt es 1080 Schadstellen. Experten suchen am Wochenende nach weiteren neuen Rissen. Die Autobahnbehörde (Straßen.NRW) hatte Alarm geschlagen. Gestern Morgen hatten sich auch Polizei und Bezirksregierung über das Lkw- Verbot verständigt. Gegen 14 Uhr erschienen auf den elektronischen Anzeigetafeln der Autobahnen drumherum die ersten Hinweise zur Lkw-Sperrung. Zur selben Zeit erschien Dr. Ernst Grigat, Leiter der Chemparkstandorte Leverkusen und Dormagen, beim kurzfristig angesetzten Minister-Ortstermin unter der Brücke. „Wir sind ein gutes Stück überrascht worden. Für uns und die Firmen im Chempark bedeutet die Brücken-Sperrung erhebliche Einschränkungen im Frachtverkehr. Wir müssen jetzt gucken, wie viel Fracht wir auf Bahn und Schiff umleiten können.“ Natürlich habe er Verständnis für die Sperrung, „Sicherheit geht vor“, aber es müsse die Frage erlaubt sein, ob die Instandhaltungskosten für die Brücke in den vergangenen Jahren ausreichend gewesen seien. Gerd Deimel, Chef der Logistik-Abteilung bei Lanxess, musste schlucken, als Michael Heinze vom Ministerium prognostizierte: „In diesem Jahr wird es nichts mehr mit der Lkw-Freigabe.“ Deimel und Grigat sicherten dem Ministerium Hilfe zu. Mit üblichen Reparaturmaßnahmen (Schweißen) seien die Risse nicht zu reparieren, sagte Gutachter Michael Paschen vom Ingenieurbüro PSP. Für das Gewicht von Fahrzeugen über 3,5 Tonnen (Lkw, Busse, Wohnmobile) seien sie nicht stabil genug. „Die Brücke ist nicht einsturzgefährdet, ein Teilversagen in der Stahlstruktur ist aber möglich.“ Die IHK Köln äußerte Unmut zum Verbot, vor allem weil Köln für Brummis so nur über die Rodenkirchener Brücke im Süden Kölns und die Fleher Brücke Düsseldorf erreichbar sei. Die innerstädtischen Brücken kämen als Ersatzstrecke nicht infrage. „Die Sperrung ist die Quittung für jahrelange Vernachlässigung der Straßeninfrastrukturen“, wetterte Dr. Ulrich Soénius von der IHK. Vor allem die Industrie im Norden (Ford-Werke) stünde vor Problemen. Die Stadt Köln warnte davor, innerstätische Ausweichrouten zu nehmen. Die Hitdorfer Fähre stellt sich auf mehr Lkw-Verkehr ein. „Speditionen haben schon nachgefragt“, berichtete Fährführer Wilhelm Bilstein. Zeugen berichteten am Abend von Brummi-Fahrern, die die Sperrhinweise schlicht „übersahen“.

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KSTA: „Hier kann man nichts reparieren“

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1
Dez
2012

20000 Lkw müssen sich jetzt jeden Tag eine neue Route suchen–NRW hofft auf Geld aus Berlin

VON PETER BERGER
Köln/Leverkusen. Michael Paschen drückt dem Verkehrsminister noch schnell eine Stablampe in die Hand, bevor der im stählernen Bauch der Leverkusener Autobahnbrücke verschwindet. Für Warnwesten oder Helme bleibt keine Zeit. In Begleitung des Brücken- Ingenieurs klettert Michael Groschek an Hauptträger 20 auf eine Leiter, leuchtet das Gerippe aus und brüllt gegen den Verkehr an, der über ihm donnert. „Das erkennt sogar ein Laie. Hier gibt es nichts mehr zu schweißen. Hier kann man nichts mehr reparieren.“ Genau das haben die Fachleute 24 Stunden zuvor bei einem der vielen Kontrollgänge im Kasten der knapp 50 Jahre alten Brücke auch festgestellt. An sieben Stellen sind die Verbindungen zwischen Quer- und Hauptstreben der Tragekonstruktion gerissen. „Wir haben sofort alle beteiligten Behörden darüber informiert, dass sofort etwas passieren muss“, sagt Paschen. Die Brücke sei nicht einsturzgefährdet, „wir müssen sie wegen des gravierenden Schadensbildes aber sofort entlasten“. Genau das geschieht in einer Krisensitzung, zu der sich am Freitagmorgen Vertreter der Polizei, der Bezirksregierung Köln, die Prüfingenieure aus Aachen beim Landesbetrieb Straßenbau in dessen Büros am Grauen Stein in Köln treffen. Sie entscheiden sich für eine radikale Lösung: Fahrverbot für alle Autos mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 3,5 Tonnen ab Freitag, 14 Uhr. Noch am Vormittag ergeht ein Auftrag an ein Unternehmen, die entsprechenden Schilder für Umleitungsempfehlungen zu produzieren. Auf den elektronischen Informationstafeln rund um den Autobahnring leuchtet das Fahrverbot pünktlich um 14 Uhr auf. „Wir wissen, dass es mit den Umleitungen schwierig wird“, sagt Uwe Dewes, Leiter des Landesbetriebs Straßenbau in der Region. Vor allem für große Unternehmen wie Lanxess, Ford oder den Chempark Leverkusen/Dormagen sei die Gewichtsbeschränkung äußerst problematisch. Weil die Sperrung aber so plötzlich kam, könne man Umleitungsempfehlungen erst kommende Woche herausgeben. „Dazu müssen wir mit den Städten Leverkusen und Köln sprechen. Auf die kommen jetzt die Probleme zu.“ 120 000 Autos rollen täglich über die Leverkusener Autobahnbrücke. Rund 20 000 davon sind Lkw über 3,5Tonnen. Zurück aus dem Brückenbauch formuliert Landesverkehrsminister Groschek unmissverständlich, was er jetzt von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer erwartet. „Ich habe bereits mit ihm telefoniert. Wir werden uns in der kommendenWoche treffen. Ich erwarte, dass mit dem Neubau der Brücke so schnell wie möglich begonnen wird.“ Anschließend spricht Groschek in die Mikrofone,was er schon seit Monaten predigt. Dass er 3,5 Milliarden Euro bräuchte, um die Schäden an den Straßenbrücken im Lande abzuarbeiten. Ungefähr 30 Brücken müssten erneuert werden. „Selbst wenn wir alle Mittel, die wir im Land für den Straßenbau zur Verfügung haben, in die Brücken steckten, wären wir in zehn Jahren immer noch nicht durch. Das sind nur 330 Millionen Euro pro Jahr.“ Das sei aber eine theoretische Rechnung, „schließlich können wir nicht alle anderen Bauvorhaben liegen lassen“. Die Brücken-Ingenieure haben ganz andere Probleme. Sie müssen zügig alle 1080 Schweißstellen kontrollieren, an denen Quer- und Hauptstreben zusammenkommen. Erst wenn man ein konkretes Schadensbild habe, könne man Aussagen darüber treffen, ob es eine Reparaturmöglichkeit gibt. „Vielleicht lassen sich ein paar Stahlbleche aufschrauben, um die Verbindungen zu festigen.“ Ingenieur Paschen will nicht völlig ausschließen, dass das Fahrverbot für 3,5Tonner aufwärts nicht eines Tages aufgehoben werden kann. Genau darauf hofft Jürgen Roters. Kölns Oberbürgermeister bleibt angesichts der schwierigen Verkehrslage nur der Appell an den „Transitverkehr, diesen Autobahnbereich großräumig zu umfahren“. Die innerstädtischen Straßen seien durch die vielen Baustellen und Beschränkungen auf den Rheinbrücken und im Stadtautobahntunnel auch überlastet. „Ausweichrouten durch das Stadtgebiet bringen keinerlei Zeitersparnis“, warnt Roters. Er hätte sagen können: Sie haben die Wahl zwischen Stau in oder um Köln.

„Wir wissen, dass es mit den Umleitungen schwierig wird“ Uwe Dewes, Landesbetrieb Straßenbau

Sanierung der Kölner Brücken bis 2024 Einen enormen Kraftakt muss die Stadt Köln bewältigen: Alle vier städtischen Rheinbrücken müssen generalsaniert werden, die Kosten werden auf mehr als 150 Millionen Euro geschätzt. Nach jetzigem Stand werden sich die Arbeiten bis 2024 hinziehen. Die Autofahrer werden über Jahre mit Staus leben müssen. Bei einer Generalsanierung werden unter anderem die Fahrbahnbeläge samt Abdichtungen erneuert, ebenso Korrosionsschutz, Querfugen, Brückenlager und Entwässerung; auch die Betonteile werden instand gesetzt. Auf der Mülheimer Brücke soll es 2015 losgehen, die Arbeiten auf der Zoobrücke – dort gibt es bereits Beschränkungen für Lkw – sind für die Jahre 2022 bis 2024 geplant, die Deutzer Brücke soll 2018/2019 in Angriff genommen werden. Die Generalsanierung der Severinsbrücke ist für 2020/2021 geplant. Keinen Sanierungsbedarf gibt es auf der Rodenkirchener Brücke. (map)

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SPD: Pressemitteilung

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30
Nov
2012

Leverkusen, 30.11.2012

Sperrung der A1 Brücke – jetzt Entwicklungschancen nutzen

Seit heute 14:00 Uhr ist die A1-Brücke beidseitig für den LKW-Verkehr gesperrt. Zu dieser neuen Einschätzung der Lage kam der NRW-Verkehrsminister Michael Groschek, in Absprache mit den Ingenieuren von Straßen.NRW, die ja bereits seit August diesen Jahres versuchen, die Schäden durch die Übernutzung zu begrenzen. Minister Groschek, der sich persönlich vor Ort ein Bild von der Lage machte, betonte, dass jetzt alles getan werden muss um den Neubau dieses Abschnitts der A1 zu priorisieren. Dazu hat er auch bereits Kontakt zum Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer aufgenommen und ihn um ein kurzfristiges Gespräch gebeten. Zudem möchte Groschek nächste Woche schon mit den Verantwortlichen aus Leverkusen aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung zusammen kommen, um Lösungsmöglichkeiten zu besprechen. Dazu sagt Peter Ippolito, Vorsitzender der SPD-Fraktion Leverkusen: “Die Sperrung für den LKW-Verkehr kommt für uns, wie sicher für alle Beteiligten, ebenfalls überraschend. Aber es freut uns, dass Minister Groschek sofort reagiert und den Neubau des Teilstücks zwischen Kreuz Leverkusen bis hinter der Rheinquerung forcieren will. Das er dazu an einen runden Tisch bittet, ist ebenfalls sehr zu begrüßen. Durch die Neugestaltung dieses Teilstücks bieten sich Leverkusen neue Chancen für die Verkehrsentwicklung in Leverkusen. Diese gilt es nun zu diskutieren und zu nutzen. Zudem fordern wir die Stadt auf, diese neue Entwicklung im Verkehrskonzept für Leverkusen mit aufzugreifen”. Zudem betonte Ippolito, wie enorm wichtig eine funktionierende Rheinquerung für die Wirtschaft der Stadt ist: „Für den Chempark, um nur ein Beispiel zu nennen, ist diese Verbindung die Hauptschlagader zwischen den Standorten in Leverkusen und Dormagen. Wir müssen auch hier alles dafür tun, dauerhaften Schaden vom Standort Leverkusen abzuwenden.“ Richtung Straßen-NRW formulierte Ippolito die Forderung „eine möglichst weiträumige Umfahrung er A1 Brücke zu gewährleisten, damit im Falle einer Sperrung oder Überfüllung der A3 nicht der gesamte LKW-Verkehr durch die Straßen Leverkusens fortbewegt und damit für einen völligen Zusammenbruch des Verkehrsflusses in der Stadt Leverkusen führt.“ Das diese Möglichkeit ein realistisches Szenario ist, haben die multiplen Staus in Leverkusen im Rahmen der Verbreiterung der A3 gezeigt.

Mike Busse Lepsius

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