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KSTA: Ein weiterer Experte schlägt Alarm

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18
Jan
2016

RHEINBRÜCKE – Bauingenieur Rolf Kraneis hält die Planungen von Straßen NRW für äußerst abenteuerlich

Nach Lutz von Waldowski bringt auch sein Planungspartner Rolf Kraneis Zweifel an der Autobahnplanung vor. Acht Punkte führt der pensionierte Bauingenieur auf, nachdem er die Unterlagen durchforstet hat. Wobei er wichtige Informationen noch vermisst. Wie seine Kollegen sieht auch Kraneis das größte Problem in der Giftmüll-Deponie, die nach dem von Straßen NRW favorisierten Plan durchkreuzt wird und den Neubau des Spaghettiknotens auf dem Deponie-Gelände erfordert. Einen Gesamtquerschnitt des Müllhaufens gebe es nicht: „Dadurch wird meines Erachtens die Gesamtsituation verschleiert“, so Kraneis in seiner am Wochenende erschienenen Stellungnahme. Oberflächliche Verankerung Erhebliche Einwände hat der Schlebuscher Ingenieur außerdem gegen die Idee von Straßen NRW, die neue A 1 in diesem Bereich nur oberflächlich in der Deponie zu verankern. Zwei Meter seien völlig unzureichend. Unbefriedigend findet er, dass die detaillierten Ergebnisse der Probebohrungen nicht zum Antrag von Straßen NRW gehören. Aus diesen vier Ordnern sei mit Sicherheit einiges über den Baugrund zu schließen. Kraneis selbst konnte die Daten ansehen und interpretieren. Sein Fazit: Die Ergebnisse der Probebohrungen zeigten „sehr eindeutig, dass auf dem Deponat kein vernünftiger Gründungserfolg zu erwarten ist.“ Die von Straßen NRW ins Spiel gebrachte oberflächige Verdichtung des labilen Baugrunds reiche nicht: Selbst mit schwerem Gerät könne man von oben maximal einen Meter tief eine ausreichende Stabilität erreichen. Das wäre die Hälfte dessen, was die Planer vorhaben. Und sicher sei das Einstampfen auch nicht: Kontrollierte Werte erziele man so nicht. Dazu komme das Eigenleben unter der Oberfläche. Dort gebe es „unkontrollierte chemische oder sonstige Zersetzungsprozesse“. Kraneis geht davon aus, dass Abfälle aus der Entwicklung der Gifte Zyklon B und E 605 der damaligen Farbenfabriken der 30er- und 40er- Jahre darunter sind. „Dilettanz“ Die Prozesse im Innern des gigantischen Abfallhaufens änderten auch das Volumen des Baugrunds. Eine dauerhafte Tragfestigkeit und Tragfähigkeit des Unterbaus, wie sie die technischen Vorschriften für Erdbauarbeiten fordern, „sind mit dieser Dilettanz nicht zu erzielen“. Stattdessen müssten die neuen Pfähle für die Autobahn im Bereich der Deponie genauso verankert werden wie in den sechziger Jahren: unter der Deponiesohle. Das wiederum bedeute, rund 500 000 Kubikmeter Deponat abzutragen. Um das Gelände wieder entsprechend zu modellieren, müsse ungefähr die gleiche Menge Ersatzboden angeliefert werden. Straßen NRW geht von gut 34 000, maximal gut 68 000 Kubikmetern aus und kalkuliert die Kosten entsprechend. Aus Kraneis’ Berechnungen folgt eine Schätzung in er- schreckender Dimension: Man müsse mit gut 100 Millionen Euro mehr rechnen. Heute befasst sich der Leverkusener Stadtrat mit den Planungen. Offenbar aufgeschreckt durch die vielen, durchaus nachvollziehbaren Kritikpunkte wollen CDU, Grüne und Opladen plus die Notbremse ziehen: Für die Brücke wollen sie es bei sechs Spuren belassen – statt der geplanten zehn. Daraus würde nicht nur folgen, dass die Deponie nicht angetastet werden muss. Sondern auch, dass die drohende Mega-Stelze unnötig wäre.

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KSTA: Spaghettiknoten muss nicht weg

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18
Jan
2016

AUTOBAHN – Die Zweifel an den Plänen von Straßen NRW werden immer lauter

Die Kritik an den Plänen für die A 1 wird immer lauter. Neben dem Hannoveraner Sachverständigen Helmut Hesse äußert der Bauingenieur Lutz von Waldowski viele Bedenken. Es sind deren zehn. Sie sind ebenfalls fundamental. So stört sich von Waldowski, der gemeinsam mit seinem Kollegen Rolf Kraneis als Erfinder des Küppersteger Tunnels gelten darf, am Neubau des Spaghettiknotens. Das sei unnötig – oder werde von Straßen NRW nicht mal ansatzweise erklärt. Von Waldowskis Fazit: „Es ist einmalig, ein intaktes Autobahnkreuz abzubrechen und es ein paar Meter weiter in fast gleicher Form wieder aufzubauen.“ Erst recht nach nur 40 Jahren Standzeit. Das sei die Hälfte der durchschnittlichen Haltbarkeit einer solchen Konstruktion. Also könne das gesamte Westkreuz „noch mindestens bis zum Jahr 2055 in der jetzigen Ausführung seine uneingeschränkte, dem Verkehr genügende, Funktion erfüllen“, so der Bauingenieur. Argumente dagegen lege Straßen NRW nicht vor: Die Bausubstanz des Spaghettiknotens sei nicht untersucht worden, schreibt von Waldowski in seiner Eingabe an die Kölner Bezirksregierung. Sie sammelt derzeit die Einwendungen gegen die Planung der neuen Rheinbrücke und des Anschlusses von A 1 und A 59. Des ersten von drei Bauabschnitten also. Später muss Straßen NRW Stellung beziehen. Besonders gespannt ist der Kritiker auf die Argumente von Straßen NRW für die Nordtrasse. Von Beginn an hatten die Planer erkennen lassen, dass sie die zweite Brücke rheinabwärts anbauen wollen. Das führt allerdings dazu, dass die neue Autobahntrasse viel weiter in die Giftmüll-Deponie verlegt wird. Warum Straßen NRW dieses Risiko eingeht, erschließt sich dem Fachmann nicht. Freilich hätten sich die Planer schon im Auswahlverfahren gewissermaßen „eingenordet“: Sie hätten drei Nordvarianten vertieft untersucht – aber keine einzige Südvariante. Geradezu ausgetrickst fühlt sich auch der Schlebuscher Ingenieur mit der Abgrenzung des Plangebiets. Es reicht 500 Meter über den ersten Bauabschnitt hinaus. Dieses Teilstück bräuchte man als Gefällestrecke, um den Küppersteger Tunnel zu bauen. Waldowskis Fazit: „Mit einem Planfeststellungsbeschluss wird diese Rampenstrecke ausschließlich in Hochlage geplant und unwiderrufliches Baurecht.“ Der Tunnel wäre tot.

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KSTA: Kernbündnis will doppelte Rheinbrücke verhindern

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15
Jan
2016

A 1 CDU, Grüne und Opladen plus haben grundsätzliche Bedenken – Stadt findet zahlreiche Mängel in den Unterlagen

In letzter Sekunde will beinahe der halbe Stadtrat das Mega-Projekt Autobahn-Ausbau kippen. Am Donnerstagnachmittag legten CDU, Grüne und Opladen plus einen Antrag für den kommenden Montag vor. Dann sollen Stadtrat und Bezirksvertretungen Leverkusens Stellungnahme zum Neubau der Rheinbrücke und des Spaghettiknotens durchwinken. Im Rathaus hat man zwar zahlreiche Mängel in den Unterlagen von Straßen NRW gefunden. Grundsätzliche Bedenken an der Planung werden freilich nicht geäußert. Die bringt das „Kernbündnis“ vor: Mit der „beispiellosen Kapazitätsaufweitung“ der A 1 werde für alle Zeit festgeschrieben, dass der komplette und nach Prognosen bis 2030 zunehmende Querungsverkehr an der Rheinschiene „ausschließlich über Leverkusener Stadtgebiet abgewickelt wird“. Die Verbreiterung der Brücke auf zehn Spuren und die daraus folgende Verbreiterung der A 1 bis zum Leverkusener Kreuz führe zu „gravierenden stadtzerstörerischen Eingriffen“. Der Gigantismus des Ausbaus und die resultierende Kosten-Unsicherheit machten in Küppersteg „eine Tunnellösung unwahrscheinlich“. Zudem treffe Straßen NRW im jetzt beantragten ersten Bauabschnitt eine Vorentscheidung gegen den Tunnel: „Der östlichste Punkt liegt knapp 500 Meter tief im Bereich des zweiten Bauabschnitts.“ Das mache die nachfolgende Untertunnelung im Bereich der heutige Stelze „unmöglich“, schreiben die Fraktionschefs Thomas Eimermacher, Roswitha Arnold und Markus Pott. „Wie eine offene Wunde“ Schließlich das Aufgraben der Giftmüll-Deponie. Diese „unwägbaren Einschnitte“ sind nur nötig wegen der viel breiteren Doppelbrücke. Auch nach den Probebohrungen blieben Risiken, die erst beim Bau bewertet werden könnten. Heißt: Man müsse sich „in der Baugrube Meter für Meter“ vorantasten. „Es ist mit einer Großbaustelle zu rechnen, die wie eine offen Wunde über Jahrzehnte nicht geschlossen werden kann.“ SPD-Fraktionschef Peter Ippolito glaubt, dass es für Fundamental- Opposition jetzt zu spät ist. „Darüber hätte man vor eineinhalb Jahren reden müssen.“ Spontan sieht er seine Fraktion nicht an der Seite des Kernbündnisses. Aber das kann sich bis Montag noch ändern. Die Stadtverwaltung indes viele Probleme im Detail gefunden. Warum wird der Lärm nicht bestmöglich bekämpft? Wie laut ist es während der Bauarbeiten? Wo sind die Ergebnisse der Probebohrungen in der Deponie? Und wie kommt Straßen NRW dann auf die Mengen an Boden, der zum Teil verbrannt werden muss? Was passiert mit der Grundwasser-Sperrwand, mit der die Kippe unterirdisch abgedichtet ist? Wo ist das Verkehrsgutachten für die Bauphase? Das alles fehlt in den Unterlagen, die Straßen NRW für den ersten Abschnitt des A-1-Umbaus eingereicht hat. Das war im November. Allerdings fehlte Material insbesondere zu den Themen Klimaschutz und Luft sowie Verkehrslärm. Das wurde von den Planern auch nicht nach Leverkusen geschickt, sondern musste bei Straßen NRW eingesehen werden: Das geschah vorigen Montag. Bis kommenden Dienstag muss die Stadt zur Ausbauplanung Stellung nehmen. Deshalb die Sitzungen der drei Bezirksvertretungen und des Stadtrats am Montag. Alle Gremien müssen mit Nachträgen und Tischvorlagen rechnen. Schon der Beginn des Jahrhundert- Projekts Autobahn-Ausbau wird in größter Hektik und mit teils halbgaren Angaben geplant.

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