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RP: 300 Einwendungen gegen A1 –Brückenplanung

1 Kommentar
9
Apr
2016

Der Neubau der Leverkusener Rheinbrücke macht vielen Kritikern besonders wegen der Altlast Dhünnaue Angst.

Einen Monat lang haben die Pläne öffentlich ausgelegen. Weitere zwei Wochen lang konnten Behörden und Bürger ihre Argumente gegen den Neubau der Leverkusener Rheinbrücke vorbringen. Jetzt steht fest: Insgesamt 300 Einwendungen sind bis zum Ende der Frist bei der Bezirksregierung Köln eingegangen. Dies bestätigte die Planungsbehörde Straßen.NRW gestern. Viele Anfragen zum Bauvorhaben, das bereits im kommenden Jahr starten soll, betreffen demnach die Altablagerungsfläche Dhünnaue, auf der Bauschutt, Bayer-Chemieabfälle und andere Stoffe seit Jahren gut in Folie verpackt lagern. Der Gedanke, dass Brückenpfeiler und Straßenkörper nun tief in dieser Deponie gründen sollen und die Folie dafür durchlöchert wird, bewegt einen Großteil der Kritiker. Eine Zahl macht die ganze Dimension des Vorhabens deutlich: Insgesamt fallen etwa 88.000 Kubikmeter Deponieabfälle aus der Dhünnaue an, die entsorgt werden müssen. Straßen.NRW schreibt dazu in der neuesten Ausgabe ihres Info-Flyers „Dialog“, der an diesem Wochenende in die Briefkästen Tausender Leverkusener wandert: „Es muss zum Teil in der belasteten Fläche gebohrt werden, denn hier werden dann die neuen Bauwerke des Autobahnkreuzes Leverkusen-West gebaut. Die Gründungen hierfür erfolgen im tragfähigen Erdreich unter den Deponieablagerungen“ (siehe auch Abbildung unten „So tief greift die Brücke in die Altlast-Deponie ein“). Die Planungsbehörde teilt die Bedenken der Bürger indes nicht – sie hat nach eigener Aussage „im Vorfeld umfangreiche Sicherungskonzepte erarbeitet, die Teil der Planfeststellungsunterlagen sind und einen sicheren Verlauf der Baumaßnahme gewährleisten“. Weiterer oft genannte Kritikpunkte in den Einwendungen: Lärmschutz Lärmschutzwände und lärmmindernder Asphalt sollen eine deutliche Verbesserung zur aktuellen Lage bringen. Einige Anlieger haben zusätzlich Anspruch auf isolierende Fenster und Lüfter. Sie werden von Straßen.NRW automatisch angeschrieben. Kosten Weil in den Planfeststellungsunterlagen keine Kosten angegeben sind, regt sich ebenfalls Kritik. Die Vorgehensweise ist laut Straßen. NRW jedoch gängige Praxis, da die Baukosten nicht von der Bezirksregierung genehmigt werden. Derzeit seien für den Neubau rund 600 Millionen Euro veranschlagt. Die demnächst höhere Zahl der Fahrstreifen ist ein weiterer Punkt in den Einwendungen. Die Leverkusener Bürgerliste stellte jetzt eine neue Variante vor, mit der sie die Problematik rund um den Ausbau des Leverkusener Kreuzes lösen will. Danach soll zwar immer noch ein Tunnel gebaut werden, der sich auf 6,6 Kilometer mit je drei Fahrspuren zwischen dem Kreuz Köln-Niehl und Alkenrath erstreckt – aber nur für Fernverkehr. Denn, und das ist die Neuheit in der Bürgerlisten-Planungswelt: Die Brücke entfällt nicht komplett, sondern bleibt bestehen. Und zwar, um den Regionalverkehr und Gefahrguttransporte aufzunehmen. Ulrich Rehm, Tunnelbauspezialist aus Lahr im Schwarzwald, betonte bei der Präsentation der Idee: „Hochgefährliche Stoffe wollen wir aus dem Tunnel raushalten.“ Weil dieser den größten Teil des Verkehrs aufnehme, seien zwei Fahrspuren in jede Richtung auf der Brücke ausreichend. Mit Brücke und Tunnel ständen insgesamt zehn Fahrspuren zur Verfügung, was mehr Frequenz bringe, als Straßen.NRW plane.

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KSTA: Aus für den kleinen Tunnel?

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15
Mrz
2016

Schoofs wertet Gutachten von Verkehrsplanern als seinen Durchbruch

Erhard Schoofs von der Bürgerliste freut sich: Am vergangenen Samstag bekam er ein Gutachten in die Hand gedrückt. In dem geht es mal wieder um das derzeit wohl wichtigste Politikum Leverkusens: die Sache mit der Stelze, dem Tunnel und der Brücke. Kurzum: Was geschieht bei einem Brücken-Neubau über den Rhein mit der Autobahn, die dahinter durch die Stadt führt? In dem Gutachten, in Auftrag gegeben vom Landesbetrieb Straßen NRW, kommen drei Diplomingenieure zum Ergebnis, dass die „kleine Tunnellösung“ für das Autobahn-Problem eben keine Lösung ist. „Und das“, sagt Schoofs, „ist ein Geschenk des Himmels und Wasser auf unsere Mühlen.“ Denn er und seine Partei haben sich von Beginn an gegen diese kleine Lösung ausgesprochen, wurden aber von niemandem ernsthaft gehört. Zur Erklärung: Drei mögliche Varianten gibt es für den Neubau der maroden Rheinbrücke zwischen Leverkusen und Köln. Erstens: Die Brücke wird neu und größer gebaut – und ebenso die daran anschließende und bis zum Autobahnkreuz führende Stelze. Zweitens: Die Brücke wird neu und größer errichtet – anstelle der Stelze aber führt ein kurzer Tunnel die Autobahn vom Wasserturm bis zum Autobahnkreuz. Drittens: Es gibt weder eine neue Brücke noch eine neue Stelze, sondern nur einen langen Tunnel, der von Niehl aus unter dem Rhein entlang bis hinter das Autobahnkreuz führt. Genau das will die Bürgerliste. Das Problem: Bislang weigerten sich alle anderen Parteien, die Machbarkeit genau dieser Lösung zu prüfen. Schoofs vermutet dahinter reine Frackigkeit. Dabei sei die große Tunnellösung doch die bürgerfreundlichste, schnellste und billigste: „Wir gehen auf der anderen Rheinseite in die Erde und kommen am Autobahnkreuz wieder raus. Alle Experten, die wir als Partei bislang auf eigene Kosten dazu befragt haben, sagen, das sei kein Problem.“ Im Falle eines großen Tunnels würden zudem weder der rechtsrheinisch unter der Erde gelagerte, bislang fest umschlossene Giftmüll von Bayer angerührt. Noch gebe es oberirdische Baustellen wie bei den anderen beiden Lösungen. Vor allem aber – und hier kommt das neue Gutachten von Straßen NRW ins Spiel – stelle sich nun heraus, dass die kleine Tunnellösung rechtlich gar nicht möglich sei. Denn der Tunnel würde nicht unterirdisch, sondern „offen“ gebaut und erst ganz am Schluss von oben verschlossen. Das bedeute: Die alte Stelze würde während der Bauarbeiten zwar weiterhin benutzt, aber auf beiden Fahrbahnseiten verengt werden. Und in diesem Fall sei sie viel zu eng, um die regelmäßig in beiden Richtungen verkehrenden, großen Gefahrguttransporte sicher fahren zu lassen. Aus diesem Grund wollen Schoofs und die Bürgerliste nun einen neuen Versuch unternehmen, die Leverkusener – vor allem die im Rathaus – hinter sich zu bringen: Zur Ratssitzung am kommenden Freitag reichen sie einen Antrag ein. In dem berufen sich auf das neue Gutachten. Und in dem fordern sie, endlich auch die große Tunnellösung zu prüfen. Die sei bislang nämlich außen vor geblieben. Übrigens: Sollte die Sache mit dem Antrag scheitern, werde die Bürgerliste den Kampf vor Gericht weiterführen.

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RP: A1: Bürgerliste hofft auf Wende

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15
Mrz
2016

Als großen Durchbruch für eine „lange Tunnellösung“ wertet Erhard Schoofs, Fraktionsvorsitzender der Bürgerliste, eine Machbarkeitsstudie im Auftrag des Landesbetriebs Straßenbau. Sie wurde für die Variante eines kurzen Tunnels erstellt, den der Leverkusener Stadtrat als Alternative zu den geplanten neuen Stelzenbrücken für die Autobahn A 1 favorisiert. „Die Studie wurde mir am Freitag zugespielt“, berichtete Schoofs gestern. „Und wenn sie stimmt, ist sie Wasser auf unsere Mühlen. Denn die Gutachter kommen darin zum Schluss, dass die kurze Tunnellösung vom Wasserturm bis zum Leverkusener Kreuz nicht umsetzbar ist.“ Grund: die Verkehrsführung auf engstem Raum, insbesondere während der Bauzeit. „Weil Gefahrguttransporter dort im Gegenverkehr dicht aneinander vorbeigeführt werden sollen, ginge von ihnen eine zu große Gefahr aus.“ Die Bürgerliste wolle nun bei der Sondersitzung des Rates am Freitag alle Gegner der Stelzen-Brücken dafür gewinnen, eine Prüfung eines langen Tunnels von Köln-Niehl bis zum Leverkusener Kreuz zu beantragen, sagt Schoofs. „Bislang glauben wir zwar, dass sie die beste Lösung wäre, aber untersucht worden ist das noch nicht.“ Rund eine Woche sei für eine solche Prüfung zu veranschlagen, außerdem rund 30.000 Euro Gutachterkosten, die der Bund zu zahlen hätte. Nach Angaben von Straßen NRW bedeutet die zitierte Machbarkeitsstudie jedoch noch nicht das Aus eines kurzen Tunnels. „Die komplette Machbarkeitsstudie ist noch gar nicht fertig“, erklärt Sprecher Laurenz Braunisch. „Der umweltfachliche Teil steht aus. Er soll Ende März/Anfang April kommen und muss dann noch in die fachliche Abstimmung.“ Die von der Bürgerliste zitierte Machbarkeitsstudie beziehe sich nur auf den Aspekt der Gefahrguttransporte. „Der muss bei jedem größeren Bauvorhaben geprüft werden.“ Und so heißt es darin nur: „Eine beschränkungsfreie Nutzung des Tunnels durch Gefahrguttransport kann daher nicht ausgesprochen werden.“ Sollte die Tunnelvariante weiterverfolgt werden, müssten „geeignete Umfahrungsstrecken gesucht“ und geprüft werden. „Die Studie ist übrigens nicht geheim, sondern auf unserer Internetseite veröffentlicht“, sagt Braunisch.

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