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A1-Brücke: Bohrungen in der Deponie

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19
Dez
2014

Das Land hat Testbohrungen für die neue Rheinbrücke gestartet. Das Projekt steht jetzt sogar auf einer EU-Förderliste.

VON PETER KORN
LEVERKUSEN
Bevor mit den Bauarbeiten für eine neue Leverkusener A1-Brücke begonnen werden kann, muss feststehen wie sicher der Untergrund ist, auf dem das Bauwerk entsteht. Immerhin fahren im Regelbetrieb allein bis zu 20000 Lkw pro Tag über die Brücke.
Seit einigen Wochen hat der Landesbetrieb Straßen.NRW daher mit Testbohrungen begonnen, um den Baugrund sorgfältig zu untersuchen. Das hat bei Beobachtern einiges an Besorgnis ausgelöst. Immerhin sind im Bereich der gesicherten Altlastenfläche Dhünnaue nicht nur Hausmüll und Bauschutt, sondern auch giftige Produktionsabfälle aus früherer Zeit enthalten.
Ein Sprecher des Landesbetriebs versicherte gestern auf Anfrage jedoch, Ängste seien unbegründet. „Die Arbeiten werden unter strengen Sicherheitsbedingungen für die Beschäftigten der Fachfirma, die Bevölkerung und die Umwelt durchgeführt“, betonte er. Nach der Entnahme werden die Proben untersucht, um genaue Auskünfte über die Zusammensetzung und Beschaffenheit des Bodens zu erhalten. Aus den Ergebnissen können dann unter anderem Aussagen zur Stabilität des Untergrunds abgeleitet werden.
Sowohl die Bohrungen als auch die anschließende Analyse des Bohrguts würden jedoch äußerst sorgfältig durchgeführt. Und die Punkte, an denen die Versiegelung durchbohrt worden sei, würden hinterher genauso dicht verschlossen, wie das bisher bereits der Fall war, versichert das Land.
Wenn nach den Voruntersuchungen alle benötigten Belastbarkeitswerte vorliegen, werden daraus die endgültige Trassenlage der Autobahn sowie die Gründung der erforderlichen Bauwerke abgeleitet. 2017 sollen dann die eigentlichen Bauarbeiten beginnen.
Unterdessen hat das Leverkusener Brückenprojekt auch Eingang in eine europäische Förder-Liste gefunden. Der Neubau steht auf einer Liste einer EU-Taskforce mit 2000 potenziellen Projekten für die geplante Investitionsoffensive in Europa, die EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker unlängst angestoßen hat.
Die Taskforce hat sich dabei auf Projekte in den wichtigsten wachstumsfördernden Bereichen konzentriert: Wissen, Innovation und digitale Wirtschaft, Energieunion, Verkehrsinfrastruktur, soziale Infrastruktur, natürliche Ressourcen und Umwelt.
Inwieweit Leverkusen dabei am Ende tatsächlich zum Zuge kommt, steht noch in den Sternen. Immerhin umfasst die Liste sämtliche europäischen Staaten, und allein in Deutschland rund 50 Projekte, von denen voraussichtlich längst nicht alle gefördert werden können. Ein zusätzlicher Hoffnungsschimmer ist die Nachricht aus Brüssel indes allemal.

Von der Deponie zur Park-Anlage
LEVERKUSEN (peco) In der Zeit von 1923 bis Ende der 1940er Jahre nutzte der Bayer-Konzern das 25 Hektar große Areal am Rhein als Werksdeponie – mit Bauschutt, Abfällen und Chemie-Rückständen.
In den 50er Jahren wurden Wohnungen, der Bayer-Kanuclub und ein Restaurant dort errichtet, außerdem Straßen und Leitungen. 1985 wurde die Altlast bei einer Umweltverträglichkeitsprüfung ein öffentlicher Diskussionspunkt. Ergebnis einer Gefährdungsabschätzung: Die Altlast muss durch ein Dichtungssystem gesichert werden, das den Kontakt von Mensch und Boden ebenso verhindert wie das Eindringen von Niederschlagswasser. Folgen: Häuser wurden abgerissen, Anwohner umgesiedelt. Straßen, Leitungen und andere Infrastruktur entfernt.
Der Bau der Abdichtung, ein hochkomplexes technisches Bauwerk, dauerte fünf Jahre – von 1995 bis 2000. Kosten: rund 110 Millionen Euro für die Abdichtung der gesamten Altlast, die sich Bayer (75 Prozent) und die Stadt (25 Prozent) teilen. Von April bis Oktober 2005 beherbergte das Gelände die Landesgartenschau.
Bei der Entsorgung des jetzt anfallenden Aushubs greift Straßen.NRW übrigens auf das Know-how des Chempark-Betreibers Currenta zurück. Deren Verbrennungsanlagen und eine Sonderabfalldeponie sorgten demnach „dauerhaft für ein Höchstmaß an Sicherheit rund um die Brückenbaustelle“.

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RP: Planer wollen die nördliche A 1-Brücke

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27
Jun
2014

200 Bürger verfolgten die Darlegungen der Planer für die neue A 1-Brücke.
Die Ingenieure ziehen zwar die nördliche Brückenvariante vor. Die Bürger wolle eher eine Tunnellösung. Die wäre im zweiten Teil der Erneuerung noch möglich.

VON SIEGFRIED GRASS
LEVERKUSEN Der Zustand der Leverkusener Rheinbrücke ist so marode, dass so schnell wie möglich ein Ersatz her muss. Gerade weil Eile geboten ist, sind viele Leverkusener Bürger besonders misstrauisch, dass ihnen da – Hals über Kopf – ein Jahrhundertbauwerk vor die Nase gesetzt wird, das ihnen dann auch über Generationen hinweg Probleme bereiten wird. Auch wenn die Autobahnplaner nach dem Abwägen verschiedener Varianten inzwischen eine Lösung mit dem Neubau einer Rheinbrücke bevorzugen, wollten einigen Zuhörer bei einer Informationsveranstaltung im Leverkusener Forum umso genauer wissen, warum ihre favorisierte große Tunnellösung, also für den gesamten Verlauf von Leverkusener Autobahnkreuz bis nach Köln-Merkenich, nicht genauer geprüft worden sei. Dabei befinden sich die Planer gleichwohl in einem Dilemma, wie Christoph Jansen, der das Projekt beim Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen (Straßen.nrw) leitet, den rund 200 Zuhörer deutlich zu machen versuchte. Die Zwänge sind groß, weil die Trasse sich durch vorhandene Wohngebiete, der Altablagerung der Dhünnaue sowie den Betrieben von Bayer und Currenta schlängeln muss. Nicht zuletzt müssen auch Belange des Natur- und Landschaftsschutzes berücksichtigt werden. Und alles muss jetzt zügig voran gehen. Nach kurzer Vorstellung der Vor- und Nachteile von insgesamt acht Planungsvarianten – auch einer durchgehenden Tunnellösung – favorisiere man inzwischen eine nördliche Brückenvariante, erklärte Jansen. Dabei soll zunächst die Richtungsfahrbahn nach Köln nördlich neben der bestehenden Brücke gebaut werden. Dann macht die alte Brücke Platz für die Gegenfahrbahn. Letztlich wird die Autobahn auf acht Spuren erweitert und kann damit das für das Jahr 2025 prognostizierte Verkehrsaufkommen bewältigen. Die für die Leverkusener wohl wichtigste Aussage machte Jansen gleich vorweg: Die Planung für den ersten Abschnitt (Rheinbrücke mit Anbindung an die A 59) lässt eine Tunnellösung für den zweiten Teil der Erneuerungsarbeiten (weiterer Verlauf bis zum Leverkusener Kreuz) zu: „Die Planung für Bauabschnitt 1 beinhaltet keine Vorfestlegung auf eine Hoch- oder Tieflage für Bauabschnitt 2.“ Wie dringend notwendig ein Neubau der Leverkusener Autobahnbrücke ist, hatte zuvor Stahlbauexperte Michael Paschen deutlich gemacht: „Die Leverkusener Brücke ist die derzeit am besten überwachte in Deutschland.“ Täglich sind mehrere Ingenieure unterwegs, um jeden Schaden zu dokumentieren. Permanent wird geschweißt. Alle gängigen Prüfverfahren werden angewendet. Selbst bei Schiffsbauern habe man sich Rat geholt, was das Schweißen angeht. So hoffen die Experten, die Brücke „am Leben zu erhalten“ und womöglich auch in einigen Monaten wieder einen Lkw-Verkehr mit mehr als 3,5 Tonnen zuzulassen. Weil eine Sperrung einen enormen volkswirtschaftlichen Schaden bedeuten würde, könne man daher derzeit auch nicht auf die Kosten der laufenden Reparaturarbeiten Rücksicht nehmen.

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RP: Bohrende Suche in der Giftmülldeponie

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20
Feb
2014

Die ersten 17 von 300 Erkundungsbohrungen für die Erneuerung der Rheinbrücke laufen zurzeit auf dem ehemaligen Deponiegelände von Bayer und Stadt.
Gebohrt wird mit Vorsicht – und in Ganzkörper-Schutzanzügen.

VON JIM DECKER

LEVERKUSEN Laut ist es auf der alten Deponie am Neulandpark. Und windig. An schönen Tagen hat man vom höchsten Punkt der früheren Deponie einen guten Blick über den Rhein nach Köln. Rein äußerlich betrachtet ist der Hügel nur eine grüne Anhebung. Doch das Erdreich der „Altablagerungsfläche Dhünnaue“ hat es in sich. „Überwiegend Bauschutt und Haushaltsabfälle sind im Boden“, sagt Joachim Beyer, Leiter des Bereichs Entsorgung und Recycling beim Chempark-Betreiber Currenta. „Etwa 15 Prozent sind aber giftige Produktionsabfälle wie Chrom und Arsen.“ Ab 2017 soll die neue Rheinbrücke zwischen zwischen Köln-Niehl und Leverkusen-Wiesdorf gebaut werden. Sie bietet dann zehn Spuren. Bis dahin wird mit mehr als 300 Bohrungen im Baugebiet die Bodenbeschaffenheit auf Tragfähigkeit hin überprüft. „Wir wollen den optimalen Verlauf der neuen Strecke herausfinden“, sagt Christoph Jansen, Projektleiter des Landesbetriebs für Straßenbau (Straßen. NRW). 17 Probebohrungen werden auf der ehemaligen Deponie durchgeführt. 2020 soll die erste der beiden neuen Brücken fertiggestellt sein. Dann wird die alte Brücke abgerissen. Bis 2023 ist die Fertigstellung der zweiten Hälfte der neuen Rheinquerung geplant. Auf der winterlich-windigen Hügelkuppe stehen neben den Verantwortlichen des Projektes auch mehrere Mitarbeiter in grünen Ganzkörper- Schutzanzügen. Sie bedienen einen großen Bohrer, stecken immer neue Bohrerteile auf. Sogar gefilterte Luft atmen die Arbeiter an der Bohrmaschine. „Bei den gefährlichen Stoffen muss besonders Hautkontakt unbedingt vermieden werden“, sagt Beyer. „Das Problem ist, dass wir nicht genau wissen wo die belasteten Stellen sind.“ Somit birgt jede der Bohrungen eine potenzielle Giftgefahr, die Schutzanzüge sind Pflicht. Das Szenario von durchgerosteten Giftmüllfässern könnte durchaus stimmen, sagt Beyer. Die Stoffe seien aber in fester, lehmartiger Form im Boden. „Man muss also zum Beispiel keine Angst vor austretenden Gasen haben.“ Deutlich betont der Entsorgungschef auch, die Deponie würde wieder ordnungsgemäß verschlossen. „Die Bereiche um die Bohrpunkte werden aufgebaggert, die Schutzfolie und eine mineralische Schutzschicht wieder sicher verschlossen“, sagt Beyer. Gefahr durch kontaminiertes Trinkwasser bestehe nicht: „Die Schutzdrainage wird durch die Bohrungen nicht beschädigt.“ 40 Meter geht es mit dem schneckenförmigen Stahlbohrer in die Tiefe. Zuerst wird mittels einer so genannten Rammkernsondierung die Bodenbeschaffenheit geprüft. Dann gibt es eine schmalere Vorbohrung und eine etwa 30 Zentimeter breite Hauptbohrung bis in 40 Meter Tiefe. Neben den Altlasten müssen die Arbeiter bei den Bohrungen auch von einer zweiten Gefahr ausgehen: alten Fliegerbomben. „Nach jeder Vorbohrung kommen die Experten des Kampfmittelräumdienstes und lassen eine Sonde in das Bohrloch hinab“, erklärt Christoph Jansen. „Gibt es Entwarnung, dann bohren wir weiter.“ Zwei Tage soll eine Bohrung pro Erkundungsstelle dauern, gearbeitet wird nur tagsüber. Eine Lärmbelästigung für die Bewohner der nahen Wohngebiete soll es übrigens nach Angabe des Projektleiters nicht geben. „Man wird minimal einige Geräusche der Rammkernsondierung wahrnehmen“, sagt Christoph Jansen. Um die Autofahrer auf der nahen Autobahn 1 nicht abzulenken, stehen Sichtschutzwände rund um die Bohrstelle.

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