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RP: Behörde: Tunnel ist 260 Mio teurer als Stelze

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1
Dez
2015

Straßen.NRW hat Daten zur Studie „A1-Stelze“ veröffentlicht. Tenor: Der Tunnelbau ist teurer und zeitintensiver als eine neue Mega-Stelze.

Tunnel statt Stelze – grundsätzlich ist das bei der A1 in Höhe Küppersteg möglich. Das zeige die Machbarkeitsstudie, sagt die Autobahnbehörde Straßen.NRW, die erste Eck- – oder aus Leverkusener Sicht – Knackpunkte aus der von ihr beauftragten Studie veröffentlichte. Das Aber zur Tunnellösung fügt die Behörde an: „Allerdings kostet ein Tunnel mindestens 560 Millionen Euro im Vergleich zu einer neuen Hochstraße, die mit 300 Millionen Euro veranschlagt wurde. Die Bauzeit beträgt bei einem Tunnel mindestens acht Jahre (im Vergleich die Hochstraße 4,5 Jahre).“ Und der nächste Satz dürfte gerade Chemparkleiter Ernst Grigat nicht freuen: „Gefahrguttransporte durch den Tunnel wären aus Sicherheitsgründen nur eingeschränkt mit Mengen- und Stoffbeschränkungen möglich.“ Grigat hatte erst kürzlich bei der Tunnellösung eine uneingeschränkte Nutzung für Gefahrguttransporte gefordert. Es könne nicht sein, dass diese sonst durch die Stadt fahren müssten. Fakt ist: Die Hochstraße, über die die A1 zwischen dem Leverkusener Kreuz und dem Kreuz Leverkusen- West läuft, muss – weil marode und dem Verkehr nicht mehr gewachsen – ersetzt werden. „Welche Variante auch gebaut wird: Eine neue A1 wird mindestens fünf Spuren in jede Fahrtrichtung haben, um das stark gestiegene Verkehrsaufkommen zu bewältigen. Prognosen für die Verkehrsentwicklung der nächsten ahrzehnte sind berücksichtigt“, sagt die Behörde weiter. Ein Ingenieurbüro hat 14 Varianten für einen Stelzen-Ersatz geprüft – sechs davon führen die A1 als Hochstraße, acht als Tunnel. Zudem gebe es noch eine kombinierte Variante. Ziel der Studie: Daten erhalten zu Emissionen, Eingriffen ins Umfeld, Kosten und Baubarkeit unter laufendem Verkehr (ca. 100.000 Fahrzeuge fahren pro Tag über die A1). Wenn es nach den Wünschen der Leverkusener geht, hätte Straßen. NRW die Stelzen-Varianten nicht untersuchen müssen. Verwaltung, Politik, Wirtschaft und Bürger wollen den Tunnel. Im Mai hatten 2000 Leverkusener auf einer von der Bürgerinitiative Liv organisierten Demo gegen eine „Monster-Stelze“ protestiert. Liv will für 2016 eine Demo – auf der Autobahn – initiieren. In Berlin setzen sich die Leverkusener Bundestagsabgeordneten Helmut Nowak (CDU) und Karl Lauterbach nach eigenem Bekunden für die Stelze ein. Lauterbach hatte vergangenen Freitag gesagt, er habe sich einen Einzelgesprächstermin bei Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt geben lassen, um in Sachen Tunnellösung mehr Druck machen zu können. Künftig werden bei den Überlegungen nicht mehr alle 14 Varianten mit von der Partie sein. Einige seien ausgeschlossen worden, weil sie etwa den Abriss von Wohngebäuden in diesem Abschnitt oder die Unterbrechung des Verkehrs auf der A1 vorgesehen hätten, heißt es von Straßen.NRW Bei der Stadt hat sich gestern der Projektbeirat zum Autobahnausbau von Straßen.NRW die Ergebnisse der Studie erläutern lassen. Oberbürgermeister Uwe Richrath schlug vor, den Rat für den 18. Januar zu einer „Autobahn-Sondersitzung“ einzuberufen. Es wird um die Rheinbrücke und die Machbarkeitsstudie gehen. Im ersten Quartal soll es eine Bürgerversammlung „zum aktuellen Stand aller Bauabschnitte“ geben, versprach Straßen.NRW.

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KSTA: Die Zahlen sprechen für die Mega-Stelze

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1
Dez
2015

AUTOBAHNPLANUNG

Nach einer Studie kostet der Tunnel nahezu doppelt so viel und sein Bau dauert fast doppelt so lange

300 Millionen Euro gegen 560. Viereinhalb Jahre gegen acht. Die ersten Ergebnisse aus der Machbarkeitsstudie nehmen die Entscheidung zwar nicht vorweg. Aber sie weisen ganz deutlich in eine Richtung: Geht es nur um die Wirtschaftlichkeit und die Abwicklung des Baus, wird die Autobahn 1 auch in Zukunft auf einer Stelze durch die Stadt führen. Sie wird allerdings doppelt so breit sein und mit ihren extrem hohen Lärmschutzwänden eine viel größere Schneise durch Leverkusen schlagen als bisher. Am Montagnachmittag gab Straßen NRW die ersten Schlüsselzahlen aus der Autobahn-Studie bekannt. Sie dürften für Anwohner, Stadtverwaltung und Politik ein Schock sein. Sie sehen wesentlich ungünstiger aus als die groben Schätzungen der Erfinder der kleinen Tunnellösung in Küppersteg, Rolf Kraneis und Lutz von Waldowski. Sie waren davon ausgegangen, dass die Kosten für den Tunnel nicht extrem über denen für eine komplett neue Stelze liegen würden. Sie hatten zudem auf die Gesamtrechnung verwiesen, in der ein Neubau des Spaghettiknotens nicht vorkommt. Dass Christoph Jansen, der bisherige Chefplaner bei Straßen NRW, den Anschluss an die Autobahn 59 ebenfalls ersetzen will, konnten die beiden Ingenieure nie nachvollziehen. Gerade aus Kostengründen: Denn die Stelzen, auf denen auch der Knoten ruht, müssen in der Giftmüll-Deponie verankert werden. Welchen Aufwand das nach sich zieht, sollte nach Probebohrungen einschätzbar sein. Ergebnisse darüber liegen noch nicht vor. Die Machbarkeitsstudie liege auch noch nicht in Gänze vor, hieß es am Montag bei Straßen NRW. Erst um die Jahreswende soll die Untersuchung, die der Landesbetrieb bei einem privaten Ingenieurbüro in Auftrag gegeben hatte, komplett zugänglich sein. Betrachtet worden seien 14 Varianten, hieß es. Die Mehrheit, nämlich acht, seien verschiedene Tunnel-Lösungen gewesen, der Rest oberirdische Autobahnen. Zu den Tunnel-Varianten habe auch die gehört, die gerade im niederländischen Maastricht als Großprojekt verwirklicht und der Stadt enorme Entwicklungsmöglichkeiten erschließen wird, betont Timo Stoppacher, Sprecher bei Straßen NRW. Im Lastenheft der Gutachter standen neben Kosten und Bauzeit Antworten auf Fragen nach den Folgen für Wohnhäuser an der Stelze, die BayArena und das angebaute Lindner-Hotel, die Verkehrsführung während der Bauzeit, die Verträglichkeit mit der Umwelt – und die Tauglichkeit für Gefahrguttransporte. Letzteres ist eine entscheidende Sache für den Chempark. Dessen Chef Ernst Grigat hatte noch vor zwei Wochen betont, dass er jede Neubaulösung für dieA 1 begrüßen würde, sofern sie eine Bedingung erfüllt: uneingeschränkte Tauglichkeit für Lastwagen, die gefährliche Güter an Bord haben. Eine andere Lösung käme nicht in Frage: 40 Prozent aller Fuhren, die das Gelände unter dem Bayerkreuz verlassen, sind Gefahrguttransporte. Das Problem: „Gefahrguttransporte durch den Tunnel wären aus Sicherheitsgründen nur eingeschränkt mit Mengen- und Stoffbeschränkungen möglich“, heißt es jetzt bei Straßen NRW. Ernst Grigat mochte sich am Montag noch nicht zu dem Knackpunkt äußern. „Das ist zunächst einmal ein Thema von Straßen NRW“, sagte auf Anfrage Mark Mätschke, Sprecher beim Chempark-Betreiber Currenta. Ein weiteres Problem ist laut Studie, dass der Tunnel zwar besseren Schutz vor Lärm bietet, aber die Grenzwerte auch nicht ganz einhalte. Sprecher Stoppacher ergänzt: „Bereits eine neue Hochstraße führt zu erheblichen Verbesserungen des Lärmschutzes.“ Unterdessen klammern sich Oberbürgermeister Uwe Richrath und Baudezernentin Andrea Deppe an den Fakt, dass unter den drei besonders eingehend untersuchten Varianten zwei mit Tunnel sind. Die Machbarkeitsstudie zeige: „Die Realisierung einer Tunnellösung ist möglich. Die Verantwortung liegt beim Bund. Das Bundesverkehrsministerium muss die für Leverkusen beste Lösung realisieren“, sagte Richrath, nachdem am Montag der Projektbeirat für die Autobahnplanung im Rathaus getagt hatte. In dem Gremium hatten Michael Heinze aus dem Landesverkehrsministerium sowie Christoph Jansen, bisher Projektleiter Kölner Ring bei Straßen NRW, und sein Nachfolger Thomas Raithel die Varianten erläutert. Für den neuen OB ist eine andere Veränderung noch wichtiger: Straßen NRW will nun erst die A 3 ausbauen, dann das Autobahnkreuz und erst zum Schluss das heiß umstrittene Thema A 1 im Tunnel oder auf der Stelze angehen. „Wir haben nun ein größeres Zeitfenster“, so Richrath mit Blick auf einen Baubeginn um das Jahr 2025. Bis dahin könne man in Berlin Überzeugungsarbeit leisten. Auch mit dem Hinweis, „dass wir hier lange die Last für Deutschland getragen haben. Es wird Zeit, dass Berlin etwas zurückgibt.“

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KSTA: Sperrung kostet Unternehmen täglich Tausende Euro

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17
Jun
2014

Wirtschaft klagt über Umwege und fordert bessere Infrastruktur

VON EVELYN BINDER , THOMAS KÄDING UND FRIEDEMANN SIERING

CHEMPARK LEVERKUSEN
Besorgt zeigte sich Chempark- Leiter Ernst Grigat über die erneute Sperrung der Leverkusener Autobahnbrücke. Mehr als 70 Unternehmen sind im Chempark angesiedelt, darunter auch Bayer. Die Brücke sei für die Versorgung nicht nur des Chempark Leverkusen „von zentraler Bedeutung“, auch für Dormagen sei die Blockade schlecht. Rund 500 Lkw aus den Chempark-Standorten Leverkusen, Dormagen und Krefeld- Uerdingen nutzten täglich die Leverkusener Autobahnbrücke. Er gehöre damit zu den Hauptnutzern der Brücke. Die Sperrung für schwere Lkw bedeute für die Unternehmen „ganz erhebliche Einschränkungen für den Transport“. Jetzt müssten sie wieder Umwege auf den schon stark belasteten Straßen im Köln-Düsseldorfer Raum machen. Das koste „einen mittleren fünfstelligen Betrag“ pro Tag, so Grigat. Sicherheit habe selbstverständlich Vorrang. „Daher sehen wir ein, dass die Brücke gesperrt werden muss, wenn der bauliche Zustand einen Lkw-Verkehr nicht mehr zulässt“, sagte er. Die neuerliche Sperrung der Brücke zeige, „dass wir es uns nicht leisten können, nicht in die Infrastruktur zu investieren“.

BAYER
Wie für den gesamten Chempark ergeben sich auch für Bayer durch die Sperrung erhebliche Einschränkungen, sagte ein Sprecher. Die Straße sei ein wesentlicher Transportweg für den Konzern.

REWE
„Die Sicherheit geht vor. Aber die Sperrung tut natürlich weh“, sagte Rewe-Sprecher Andreas Krämer. Der Kölner Handelskonzern unterhält im Kölner Norden ein Vollsortimentlager mit mehr als 110 000 Quadratmetern Fläche. Die Leverkusener Brücke sei eine ganz zentrale Brücke, viele Lastwagen müssten nun Umwege fahren, der logistische Aufwand nehme zu. Lieferengpässe müssten die Kölner aber nicht befürchten. Nach Insiderinformationen kostete die letzte Brückensperrung die Rewe West mehrere Hunderttausend Euro an zusätzlichen Spritkosten.

FORD
Bei den Ford-Werken gibt es „keine direkten Beeinträchtigungen der Produktion oder Ersatzteilversorgung durch die Sperrung“, sagt eines Sprecherin des Autoherstellers. Die Lkw müssten Umwege fahren, wie das bei der letzten Sperrung auch der Fall war. Dadurch würden sich dann wahrscheinlich das Verkehrsaufkommen und die Staus auf den Ausweichstrecken erhöhen. „Im Schnitt werden die einzelnen Bereiche bei Ford von 150 bis 200 Lastwagen pro Tag angefahren“, teilt das Unternehmen mit.

WACKER CHEMIE
Die Sperrung hat auch den Chemiekonzern Wacker überrascht. Die meisten Rohstoffe werden zwar per Schiff angeliefert, aber einzelne Rohstoffe und Hilfsstoffe kommen per Lastwagen. Diese müssten nun Umwege fahren, man erwarte Mehrkosten.

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