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KSTA: Noch einige Fragen offen

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21
Jan
2016

Die Planer von Straßen NRWmüssen Fakten nachliefern Die Pläne für die neue Rheinbrücke liegen vor. Die Bürger hatten das Wort, konnten ihre Bedenken formulieren. Vorausgesetzt, sie brachten es fertig, sich durch 13 Aktenordner zu arbeiten. Für Laien ein Ding der Unmöglichkeit. Mit der Folge, dass nur Spezialisten in der Lage waren, die problematischsten Punkte zu erkennen und anzusprechen. Neben den pensionierten Ingenieuren Rolf Kraneis und Lutz von Waldowsky sowie dem von der Bürgerliste angeworbenen Berater Helmut Hesse sind das die einschlägigen Fachbereiche der Stadtverwaltung. Zu einigen kritischen Punkten nahmen die Planer zuletzt in der Sitzung des Stadtrats Stellung.

Warum erfasst der erste Bauabschnitt nicht nur die neue Rheinbrücke? Der Anschluss ans Kreuz Leverkusen- West muss mitgebaut werden, weil die neue Brücke an einer anderen Stelle auf das Rheinufer trifft als die alte. Das wiederum ergibt sich daraus, dass die alte Brücke im ersten Schritt stehen bleibt. Straßen NRW will den Spaghettiknoten neu bauen und muss in die Giftmüll- Deponie eingreifen. Warum? Für Christoph Jansen, den scheidenden Projektleiter, ist das notwendig. Wegen der langen Bauzeit für das gesamte Projekt wäre es sinnlos, den Knoten auszusparen. „Wir müssten wieder anfangen, wenn wir gerade fertig sind.“

Welche Vorsichtsmaßnahmen gibt es auf der Deponie-Baustelle? Wenn die Löcher für die Pfähle des Spaghettiknotens gebohrt werden, wird der Boden vereist. Wo großflächig Boden abgegraben wird, soll die Baustelle eingehaust werden. Arbeiter haben Vollschutz.

Ist mit dem langen Stück neuer A 1 (rund 500 Meter) auf dieser Rheinseite ein Tunnel noch möglich? Ja, sagt Jansen. Das Gefälle vom Niveau der Rheinbrücke in einen Tunnel bei Küppersteg werde nicht zu stark: „Wir kommen da runter.“ Eine der Varianten „ist so baubar“, ergänzt Planer Hans Schnitzler. Gemeint ist ein Tunnel, der von der heutigen Stelze nach Süden verschoben wird. Er kommt aber der BayArena sehr nahe.

Thema Gefahrgut: Durch neue Tunnel darf meist alles transportiert werden. Wie wäre das in Küppersteg? Nach derzeitigen Erkenntnissen gäbe es so große Einschränkungen für den Gefahrgut-Transport, dass der Tunnel für den Verkehr auf der A 1 nicht funktionieren würde. Aber das ist nicht das letzte Wort: Die Tauglichkeit für Gefahrgut wird im Planfeststellungsverfahren nochmals geprüft. Die Brücke ist nur ein Teil des Problems. Allein dessen Lösung dauert fast ein Jahrzehnt.

Wie lange soll die Stadt eine Riesen- Baustelle sein? Es wird wohl bis 2030 dauern, Brücke, Spaghettiknoten, Tunnel oder Stelze sowie ein neues Kreuz Leverkusen zu bauen. Das ist ja ewig.

Kann man da nichts vorziehen? Daran ist tatsächlich gedacht. „Die meisten Probleme haben wir derzeit auf der A 3“, erklärt Jansen. Deshalb könnte man das neue Leverkusener Kreuz vor dem Küppersteger Abschnitt der A 1 bauen. Also Abschnitt 3 vor Abschnitt 2.

Die Planung des Leverkusener Kreuzes gilt doch als so schwierig. Sind die Probleme gelöst? Ja. Im „März oder April“ wolle Straßen NRW die Pläne für das Kreuz vorlegen, kündigt Jansen an. Erste Arbeiten könne man parallel zum Brückenbau erledigen.

Moment – müsste das Kreuz bei einem Tunnelbau nicht ganz anders aussehen als bei einer A 1 auf Stelzen? Das schon. Gedacht ist aber nur an Umbauten, die zu beiden Varianten passen. Auch mit dem Leverkusener Kreuz werde man keine Vorentscheidung für oder gegen einen Tunnel fällen.

Schon heute geht in der Stadt nichts mehr, sobald Stau auf der A 3 ist. Wie will Straßen NRW ein jahrelanges Chaos verhindern? Bisher gebe es tatsächlich nur Ansätze eines Verkehrskonzeptes für die Stadt, räumen die Planer ein. Es sei offensichtlich, dass man viel mehr ins Detail gehen muss, um erträgliche Lösungen für die Leverkusener zu finden. Jansen verspricht: „Da werden wir noch ein Gutachten machen lassen.“

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RP: Lautstarkes Misstrauen gegen A1-Planer

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19
Jan
2016

Im Stadtrat wurden die Experten von Straßen.NRW gestern heftig attackiert – vor allem aus den Zuschauerreihen.

Eine große politische Überraschung verkam gestern Abend in der Sitzung des Leverkusener Stadtrats fast zur Randnotiz: Der in den vergangenen Tagen veröffentlichte „gemeinsame“ Antrag von CDU, OP Plus und Grünen, beim Neubau der Leverkusener Rheinbrücke auf zusätzliche Fahrspuren zu verzichten und das neue Bauwerk lediglich um Standstreifen zu verbreitern, entpuppte sich gestern als Bündnis-interne Luftnummer, hinter der offenbar nur die Grünen wirklich standen. CDU und die Opladener Wählergemeinschaft zogen die schriftlich veröffentlichten Aussagen jedenfalls zurück und sprachen von Missverständnissen in der Abstimmung. Aus CDU-Kreisen verlautete am Rande der Sitzung, man habe überhaupt kein Interesse, sich mit einer Festschreibung der derzeitigen Kapazität der Rheinbrücke „den Dauerstau zu zementieren“ geschweige denn an den Realitäten des immer weiter steigenden Verkehrs am Leverkusener Kreuz vorbei zu planen. Wer da vorgeprescht ist, und welche Konsequenzen das womöglich für die weitere Zusammenarbeit hat, das alles ging gestern jedoch in Geschrei und massiven Anschuldigungen unter, die sich die Vertreter des Landesbetriebs Straßenbau (Straßen. NRW) vor allem aus dem Publikum im voll besetzten Ratssaal gefallen lassen mussten. Die Landesplaner waren gekommen, um Ergebnisse der Machbarkeitsstudie für den zweiten Bauabschnitt zu präsentieren, in dem es auch um die Entscheidung geht, ob Leverkusen eine ausgebaute Stelzen- Autobahn oder eine Tunnellösung bekommt. Dabei schnitten die vorgestellten Tunnel-Varianten allesamt schlechter ab.„ Sie haben doch schon längst eine Vorzugsvariante und präsentieren uns hier bewusst Daten, die den Tunnel schlecht aussehen lassen“, lautete ein Vorwurf. Auch Bürgerlisten-Fraktionschef Erhard Schoofs unterstellte dem früheren Chefplaner Christoph Jansen und seinem Nachfolger Thomas Raithel, sie hätten Kosten für eine Tunnelvariante deutlich zu hoch angesetzt: „Wir haben auch mit Experten gesprochen und Tunnelbauern, die auf deutlich weniger Kosten kommen“, behauptete er. „Die können auch Ihnen gerne mal ein Gutachten erstellen“, bot Schoofs an. Vor allem der von Straßen.NRW geplante Eingriff in die Altlasten- Deponie Dhünnaue sorgte für Emotionen im Saal. Die von den Planern versprochene Sicherheit für Arbeiter und Bevölkerung sei schlichtweg nicht kalkulierbar, hieß es. Insbesondere der ehemalige Grünen- Funktionär Klaus Wolf und der Ingenieur Rolf Kraneis brüllten mehrfach ihre Meinung laut in den Saal und ließen sich auch von Aufforderungen des Oberbürgermeisters, sich an die Hausordnung zu halten, nicht bremsen. Kraneis warf den Straßen.NRW-Experten sogar Gesetzesbruch vor. Ein Riss ging auch durch manche Partei. So stellte sich etwa Dr. Hans Klose gegen seine Mitstreiter aus der SPD, die das Projekt grundsätzlich unterstützen und sich dem von der Stadtverwaltung vorgelegten Resolutionsentwurf anschlossen. Der befürwortet zwar auch den Tunnel, stellt aber die Planung nicht grundsätzlich infrage. Ebenso schloss sich die CDU trotz einiger Vorbehalte an. Das brachte am Ende zwar eine deutliche Mehrheit, aber keineswegs Frieden in den Saal. Das Projekt bleibt massiv umstritten.

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KSTA: Ein weiterer Experte schlägt Alarm

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18
Jan
2016

RHEINBRÜCKE – Bauingenieur Rolf Kraneis hält die Planungen von Straßen NRW für äußerst abenteuerlich

Nach Lutz von Waldowski bringt auch sein Planungspartner Rolf Kraneis Zweifel an der Autobahnplanung vor. Acht Punkte führt der pensionierte Bauingenieur auf, nachdem er die Unterlagen durchforstet hat. Wobei er wichtige Informationen noch vermisst. Wie seine Kollegen sieht auch Kraneis das größte Problem in der Giftmüll-Deponie, die nach dem von Straßen NRW favorisierten Plan durchkreuzt wird und den Neubau des Spaghettiknotens auf dem Deponie-Gelände erfordert. Einen Gesamtquerschnitt des Müllhaufens gebe es nicht: „Dadurch wird meines Erachtens die Gesamtsituation verschleiert“, so Kraneis in seiner am Wochenende erschienenen Stellungnahme. Oberflächliche Verankerung Erhebliche Einwände hat der Schlebuscher Ingenieur außerdem gegen die Idee von Straßen NRW, die neue A 1 in diesem Bereich nur oberflächlich in der Deponie zu verankern. Zwei Meter seien völlig unzureichend. Unbefriedigend findet er, dass die detaillierten Ergebnisse der Probebohrungen nicht zum Antrag von Straßen NRW gehören. Aus diesen vier Ordnern sei mit Sicherheit einiges über den Baugrund zu schließen. Kraneis selbst konnte die Daten ansehen und interpretieren. Sein Fazit: Die Ergebnisse der Probebohrungen zeigten „sehr eindeutig, dass auf dem Deponat kein vernünftiger Gründungserfolg zu erwarten ist.“ Die von Straßen NRW ins Spiel gebrachte oberflächige Verdichtung des labilen Baugrunds reiche nicht: Selbst mit schwerem Gerät könne man von oben maximal einen Meter tief eine ausreichende Stabilität erreichen. Das wäre die Hälfte dessen, was die Planer vorhaben. Und sicher sei das Einstampfen auch nicht: Kontrollierte Werte erziele man so nicht. Dazu komme das Eigenleben unter der Oberfläche. Dort gebe es „unkontrollierte chemische oder sonstige Zersetzungsprozesse“. Kraneis geht davon aus, dass Abfälle aus der Entwicklung der Gifte Zyklon B und E 605 der damaligen Farbenfabriken der 30er- und 40er- Jahre darunter sind. „Dilettanz“ Die Prozesse im Innern des gigantischen Abfallhaufens änderten auch das Volumen des Baugrunds. Eine dauerhafte Tragfestigkeit und Tragfähigkeit des Unterbaus, wie sie die technischen Vorschriften für Erdbauarbeiten fordern, „sind mit dieser Dilettanz nicht zu erzielen“. Stattdessen müssten die neuen Pfähle für die Autobahn im Bereich der Deponie genauso verankert werden wie in den sechziger Jahren: unter der Deponiesohle. Das wiederum bedeute, rund 500 000 Kubikmeter Deponat abzutragen. Um das Gelände wieder entsprechend zu modellieren, müsse ungefähr die gleiche Menge Ersatzboden angeliefert werden. Straßen NRW geht von gut 34 000, maximal gut 68 000 Kubikmetern aus und kalkuliert die Kosten entsprechend. Aus Kraneis’ Berechnungen folgt eine Schätzung in er- schreckender Dimension: Man müsse mit gut 100 Millionen Euro mehr rechnen. Heute befasst sich der Leverkusener Stadtrat mit den Planungen. Offenbar aufgeschreckt durch die vielen, durchaus nachvollziehbaren Kritikpunkte wollen CDU, Grüne und Opladen plus die Notbremse ziehen: Für die Brücke wollen sie es bei sechs Spuren belassen – statt der geplanten zehn. Daraus würde nicht nur folgen, dass die Deponie nicht angetastet werden muss. Sondern auch, dass die drohende Mega-Stelze unnötig wäre.

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