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Platz für A 3 nur noch unter der Erde

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15
Jan
2015

Zwei Ingenieure im Ruhestand sehen nur eine Möglichkeit für den Autobahnumbau: Die Verbreiterung der A3 muss zwischen dem Autobahnkreuz und der Ausfahrt Leverkusen unter die Erde. Der Chefplaner von Straßen NRW findet den Gedanken gut. Von Thomas Käding

Leverkusen. Das kann niemand wollen – auch wenn er nicht in der Schleswig-Holstein-Siedlung wohnt: Um acht Meter würde sich die Autobahn 3 in die Grundstücke schieben. Auf dem fünf Meter hohen Damm, auf dem die Autobahn liegt, muss man sich noch die Lärmschutzwände vorstellen. Das ergibt eine Barriere von rund zwölf Metern Höhe. Dadurch wird die Siedlung beiderseits der Autobahn „städtebaulich entwertet“. Das schreiben Rolf Kraneis und Lutz von Waldowski im Vorwort ihres Plans, der am Donnerstag an die Verkehrsminister in Bund und Land, die Planer von Straßen NRW, den Oberbürgermeister und den Stadtrat gegangen ist.

Die Trasse ist zu eng

Die beiden Ingenieure im Ruhestand sehen nur eine Alternative: Die Verbreiterung der A 3 muss zwischen dem Autobahnkreuz und der Ausfahrt Leverkusen unter die Erde. Alles andere passt nicht. Schließlich müssen jeweils zwei weitere Fahrspuren nebst Standstreifen, den Abbiegespuren vom Kreuz und den Beschleunigungsstreifen des Anschlusses Leverkusen auf eine Trasse gezwängt werden, die schon jetzt sehr schmal ist. Das weiß natürlich auch Hans Schnitzler, Chefplaner für die A 3 bei Straßen NRW. Er hat die bisher von Kraneis und von Waldowski nur grob skizzierte Lösung unter die Lupe genommen und findet: „Der Grundgedanke ist gut.“

Doch wie so oft bei der Autobahnplanung stecke der Teufel im Detail. Diesen Details haben sich die Leverkusener nunmehr gewidmet. Sie schlagen – je nach Variante – zwei oder einen Tunnel vor. Dort soll das hinein, was im Zuge der durchgängigen Verbreiterung der A 3 auf acht Fahrstreifen hinzukommen muss. Der oder die Tunnel würden neben der heutigen Trasse entlang geführt und mindestens zwei Meter unter der Erde verschwinden. Das sollte reichen, um in der Schleswig-Holstein-Siedlung letztlich die Gärten zu retten. Zudem würde diese Konstruktion während der Bauzeit den Verkehr nicht allzu sehr zu behindern. Die Tunnel wären je nach Variante 1200 bis 1400 Meter lang und reichen jeweils vom Autobahnkreuz Leverkusen – und unter der Dhünn entlang – bis kurz hinter die Gustav-Heinemann-Straße. Schon vorher wird der Verkehr aufgeteilt: Wer etwa von Köln in Richtung Düsseldorf fährt, bleibt auf dem oberirdischen Teil der A 3. Wer im Autobahnkreuz die Richtung wechseln oder in Leverkusen abfahren will, muss vorher auf die seitlichen Fahrbahnen: In Richtung Wuppertal geht es dann zunächst unterirdisch weiter. Das gilt auch für den Verkehr, der auf der A 1 anrollt und auf die A 3 in Richtung Köln fließt. Dass diese Lösung bestens zu dem Küppersteger A-1-Tunnel passen würde, den Kraneis und von Waldowski ebenfalls konzipiert haben, versteht sich von selbst. Allerdings müsste dann auch das Leverkusener Kreuz nach ihren Vorstellungen umgebaut werden: in der Form eines Malteserkreuzes. Doch davon sind die Planer bei Straßen NRW noch nicht überzeugt. Zuletzt hoben sie die Vorteile einer Windmühle hervor. Würde das Autobahnkreuz derart neu gebaut, käme man dort mit weniger Platz aus. Nutznießer wären die Bewohner eines anderen neuralgischen Gebiets: der Siedlung im Eisholz.

Neuigkeiten:

KSTA: Autobahn-Ausbau: Bürgerliste spricht offen von „Tricksereien“

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3
Jan
2014

VON PETER KORN
LEVERKUSEN
Der Fraktionsvorsitzende der Bürgerliste, Erhard Schoofs, hat schwere Vorwürfe gegen die Planer des Autobahnausbaus in und um Leverkusen erhoben. Bei dem Großprojekt „Neue Rheinquerung sowie Umbau der A1/A3 und A59 inklusive der beiden Autobahnkreuze“ werde seitens der Verkehrsministerien von Bund und Land lediglich der Anschein einer ergebnisoffenen Planung erweckt, kritisierte Schoofs: „In Wahrheit haben die Behörden schon Pflöcke eingeschlagen, die nur noch geringen Spielraum lassen.“ Der streitbare Politiker verglich die vorgehensweise gestern mit einem Slalom beim Skirennen: „Da können Sie sich zwar überlegen, ob Sie Ihr Gewicht auf den Außen- oder Innenski verlagern, aber Sie müssen den Kurs fahren, den ihnen ein anderer gesteckt hat.“ Ähnlich sei es bei dem Autobahnprojekt: „Selbstverständlich beachten die Planer alle gesetzlichen Vorgaben“, sagt Schoofs, „aber leider nur im Zusammenhang innerhalb der Planvorgaben, die sie selbst bestimmen.“ In diesem Zusammenhang sprach Schoofs gestern von Tricksereien, auf die er bei seiner Akteneinsicht im Verkehrsministerium und beim Landesbetrieb Straßen.NRW gestoßen sei. Für den dritten Bauabschnitt – Leverkusener Kreuz plus A3 – seien etwa Ausschreibungen erfolgt, die auf einer alten Verkehrsuntersuchung aus 2008 fußten. Für die zwei neuen A1-Rheinbrücken wiederum sei schon klar definiert, dass sie jeweils bei Bedarf sechs Spuren öffnen können – eine Tunnel-Alternative tauche dagegen so gut wie gar nicht mehr auf. Und dann stößt Schoofs sauer auf, dass für die Bauabschnitte eins (Rheinquerung mit Kreuz West) und drei kräftig geplant und vergeben werde, nur Abschnitt zwei (Neuenhof/Stadion) spiele eine nachgeordnete Rolle: „Das heißt doch nur, dass vorne und hinten Fakten geschaffen werden“, sagt Schoofs: „Und der Leverkusener Mittelteil muss sich dann in diese Planung einfügen.“ Protest aus Leverkusen sei indes nicht zu hören. All seine Erkenntnisse hat der Politiker daher für den seiner Auffassung nach untätigen Stadtrat und den Oberbürgermeister kopiert: „Damit später keiner sagen kann, er habe nichts gewusst.“

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KSTA: „Die Doppelbrücke ist bereits fest eingeplant“

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3
Jan
2014

AUTOBAHN
Erhard Schoofs hat in die Akten geguckt

VON THOMAS KÄDING
So schnell wie möglich, so billig wie möglich. Nach diesen Vorgaben wird die Autobahn geplant. Diesen Schluss zieht Erhard Schoofs, nachdem er sich durch viele Seiten Akten gearbeitet hat. Der Fraktionschef der Bürgerliste zog am Donnerstag eine Zwischenbilanz – denn er vermisst noch eine Menge Unterlagen, die entweder bei Straßen NRW liegen oder in einem der beiden Verkehrsministerien von Land und Bund. Gesehen hat Schoofs inzwischen die Leistungsbeschreibung für die Planung der neuen Autobahnbrücke. Die besorgt das renommierte Ingenieurbüro Grassl. An dieser Auswahl hat man in der Bürgerliste auch nichts auszusetzen, wohl aber an den Vorgaben, die den Planern seitens Straßen NRW gemacht wurden. Im Landesbetrieb habe sich die Auffassung durchgesetzt, dass nur eine Doppelbrücke mit zehn Fahr- und zwei Standstreifen nebst Fuß- und Radweg machbar sei. Der Rheintunnel komme in der 35-seitigen Leistungsbeschreibung nur noch ein Mal vor: Eine solche Variante sei „im Abwägungsprozess zu erörtern“, heißt es. Die kleine Tunnellösung zwischen dem Kreuz West und dem Leverkusener Kreuz soll indes machbar bleiben: Der heutige Spaghettiknoten, mit dem Autobahnen 59 und 1 verschlungen sind, soll keinesfalls so hoch werden, dass man von dort nicht auf kurzem Weg unter die Erde kommt, steht in der Beschreibung. Schoofs äußerte im Fraktionsbüro dennoch Zweifel, dass diese Lösung ernsthaft verfolgt wird: „Die Planungen der Brücke und der A 3 werden derart mit Macht vorangetrieben, dass am Ende auch kein kleiner Tunnel mehr machbar ist. Einfach durch die Kraft des Faktischen.“ Was ihn mindestens genauso stört, ist die Verkehrsuntersuchung, aus der die Autobahngrößen in Leverkusen abgeleitet wurden. Sie stamme faktisch aus dem Jahr 2008. Für Schoofs ist das keine sinnvolle Grundlage für eine Autobahnplanung, die 50 Jahre Bestand haben soll. „Aber das ist die Basis für alles, was kommt.“

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