Newsletter:
 Suche:
Besuchen Sie uns:

RP: Neuer A1-Chefplaner Thomas Raithel: „Ich nehme jede Einwendung ernst“

Keine Kommentare
15
Jan
2016

Leverkusens Stadtrat plant eine Resolution zum Autobahn-Ausbau. Auch darauf blickt der neue Projektleiter

Seit November vergangenen Jahres ist Thomas Raithel nun neuer Projektgruppenleiter beim Landesbetrieb Straßenbau (Straßen.NRW). Er ist verantwortlich für den Ausbau der Autobahnen rund um Leverkusen und damit auch die neue A1-Rheinbrücke. Er freue sich auf „eines der größten Infrastrukturprojekte in Nordrhein- Westfalen“ hatte der 37-jährige Diplombauingenieur bei seiner Vorstellung gesagt. Und an dieser Freude, so betonte er gestern auf Anfrage unserer Redaktion, habe sich auch ein knappes Vierteljahr später noch nichts geändert. Der in Reichshof im Oberbergischen wohnende Straßenbaufachmann hat sich tief in die Materie hineingewühlt – denn das Projekt befindet sich gerade in einer entscheidenden Phase – dem Planfeststellungsverfahren. Hier kommen die so genannten Träger öffentlicher Belange zu Wort. Dazu gehören Stadtverwaltungen ebenso wie Bürgerinitiativen oder Umwelt-Organisationen. Die Pläne sind offen ausgelegt, jeder kann Einwendungen geltend machen. Danach muss der Planer noch ein Statement abgeben, bevor es zu einem Erörterungstermin bei der Bezirksregierung Köln kommt – der zuständigen Planfeststellungsbehörde. Die muss ent- schei- den. Am Ende steht dann der Planfeststel- lungsbeschluss. „Ich nehme jede einzelne Einwendung ernst“, versicherte Raithel gestern. Davon gibt es allerdings bereits jede Menge. Ein paar Beispiele: Einwendung 1: Monatelang hatten sich die Leverkusener Ingenieure Rolf Kraneis und Lutz von Waldowski Gedanken gemacht, wie die anstehenden Autobahn- Ausbauten für die Stadt Leverkusen verträglich realisiert werden könnten. Dann scheiterte ihre geplante Präsentation im Stadtrat an 30 Minuten Redezeit, die ihnen das Gremium verwehrte. Jetzt hat Waldowski ein vorbereitetes Einspruchsschreiben für „eine Reihe von betroffenen Damen und Herren“ gegen die von der Bezirksregierung festzustellende Autobahnplanung auf die Reise geschickt. Darin heißt es unter anderem wörtlich: „Es ist ein in Deutschland einmaliger, vielleicht fast schon skandalverdächtiger Vorgang, dass ein intaktes Autobahnkreuz mit einem Kostenaufwand von über 200 Millionen Euro abgerissen und in wenigen Metern Entfernung in nahezu gleicher Form wiederaufgebaut wird, gleichlaufend mit der Öffnung und der Entnahme großer Mengen Giftmüll aus Europas größter Giftmülldeponie im Stadtgebiet. „Warum wurden keine echten Alternativen untersucht?“, fragt der Experte. Antwort Raithel: „Wir haben sehr wohl Alternativen untersucht und in die Variantenvergleiche einfließen lassen“, sagt der neue Chefplaner. Sie seien im weiteren Verlauf allerdings ausgeschieden, weil sie „sich ungünstig auf die Verkehrssicherheit im Bauzustand und die Bauzeit für die neue Rheinquerung auswirken“. Ein Neubau der Rheinbrücke in versetzter Lage erfordere umfangreiche Bauhilfsmaßnahmen. Einwand 2: Auch die Leverkusener Initiativen für Verkehrsplanung (LIV) teilen im wesentlichen Waldowskis Kritik, es seien zu wenig Alternativen für den Trassenverlauf geprüft worden, betont Sprecher Peter Westmeier. Antwort Raithel: Auch hier erfolgt der Verweis auf die Planfeststellungsunterlagen. Darin heißt es unter anderem: „Ein oberstromseitiger Neubau der Rheinbrücke bietet aus umweltfachlicher Sicht keine Vorteile gegenüber einem unterstromseitigen Neubau.“ Aus diesem Grund würden diese Varianten nicht weiterverfolgt. Einwand 3: Ein ganzes Bündel an Einwendungen bringt der Bürgerlisten- Ratsvertreter Erhard Schoofs auf die Reise. Es beginnt mit dem Vorwurf, das Projekt verstoße gegen das Kreislaufwirtschaftgesetz, weil eine sehr große Menge Abfall erzeugt werde, der vollständig vermieden werden könne. Außerdem verstoße der A1-Ausbau gegen das Bundes-Immissionsschutzgesetz, weil die dort vorgegebenen Grenzwerte nicht eingehalten würden. Schwerwiegend ist auch dieser Vorwurf von Schoofs: Der geplante Ausbau gefährde die öffentliche Sicherheit „durch das Risiko einer Explosion“. Durch den Eingriff in die Mülldeponie Dhünnaue bestehe „ein erhebliches Risiko, auf Minen, Fliegerbomben oder Granaten aus dem Zweiten Weltkrieg zu stoßen“. Antwort Raithel: „Es besteht überhaupt kein Zweifel daran, dass auch und gerade bei diesem Bauprojekt im Vorfeld eine umfangreiche Kampfmittel-Sondierung durchgeführt wird“, sagt der Chefplaner. Man gehe ganz sicher kein unkalkulierbares Risiko ein. Am kommenden Montag tagt der Leverkusener Stadtrat Der will eine Resolution verabschieden, in der noch einmal die städtischen Forderungen aufgelistet werden: – Um-/Ausbau der A1 ab dem Autobahnkreuz Leverkusen-West bis zum Autobahnkreuz Leverkusen im Bereich der jetzigen Stelzenautobahn in Tunnellage. – Eine verträgliche Lösung für die Gefahrguttransporte in Abstimmung mit der Stadt und den vor Ort ansässigen Firmen, die Leverkusen als Chemiestandort auch in Zukunft gerecht wird und die die Belastungen für das Umfeld beim Bau eines Tunnels so gering wie möglich hält. – Die Bauabschnitte zum Umund Ausbau der A1/ A3 bleiben in der bisher geplanter Reihenfolge. -Ein stadtverträgliches Baulogistikkonzept, „damit die unvermeidlichen Belastungen für die Leverkusener Bevölkerung und den innerstädtischen Verkehr so gering wie möglich gehalten werden“. Die Sitzung beginnt um 16 Uhr.

Neuigkeiten:

RP: CDU-Nowak will „A1-Tunnel“ gegen Arbeitsplätze der Region abwägen

Keine Kommentare
2
Dez
2015

Helmut Nowak (MdB) will wie die örtliche CDU, die Grünen und OpladenPlus den A1-Tunnel. Sollte er Arbeitsplätze kosten, will Nowak anders entscheiden.

Die Veröffentlichungen der ersten Ergebnisse zum Aus- und Neubau der A1 im Bereich Küppersteg haben die lokale Politik und eine Bürgerinitiative aufgeschreckt. Das Ratsbündnis von CDU, Grünen und OpladenPlus schrieb gestern: „Für uns gibt es nach wie vor nur eine Lösung – die Stelzenautobahn muss unter die Erde!“ Thomas Eimermacher, CDUFraktionsvorsitzender, ließ mitteilen: „Dass eine Troglage teurer wird als eine Hochstraße, das war uns von Anfang an klar. Für mich steht aber fest: Das ist gut investiertes Geld und gut investierte Zeit!“ CDU-Ratsherr Bernhard Marewski verwies auf Köln. Dort werde für rund 500 Millionen Euro die Oper saniert, dann müsse es möglich sein, für eine solche Summe in Küppersteg einen Tunnel zu bauen, der vielen Menschen auf Dauer und in höchstem Maße nutze. Auch Bundestagsabgeordneter Helmut Nowak betonte: Die Lösung für den A1-Bau in Leverkusen dürfe nicht in erster Linie aus Geldsicht entschieden werden. „Ich bin grundsätzlich für einen Tunnel“, betonte Nowak gestern im Gespräch mit unserer Redaktion. Er stellt dies aber unter die Prämisse, dass die Unternehmen der Region beispielsweise nicht darunter leiden dürften, dass Gefahrguttransporte durch einen Tunnel eingeschränkt würden und damit langfristig Arbeitsplätze verloren gingen. „Ich habe einen kurzen Draht zum Verkehrsminister, ich bin mit ihm zum Thema A1/Leverkusen im engen Kontakt.“ Noch habe er aber keine Unterlagen zur Autobahn vorliegen: „Wir sollten also mit Bewertungen der wenigen vorliegenden Informationen noch vorsichtig sein“, sagte Nowak. Auch MdB Karl Lauterbach (SPD) setzt sich in Berlin für den Tunnel ein. „Wir bleiben dabei: Für uns gibt es nur die eine Lösung“, ergänzt Roswitha Arnold, Fraktionsvorsitzende der Grünen. Das Bündnis werde bis zuletzt gegen eine „Super-Stelzenautobahn“ kämpfen. Und Markus Pott, Fraktionsvorsitzender von Opladen plus, ergänzt: „Wir erwarten von unserem neuen Oberbürgermeister eine klare und unmissverständliche Positionierung gegenüber Straßen.NRW.“ Sobald die Bürgerinitiative „LIV“ ihre Planungen zu einer Demonstration konkretisiert habe, gehe man wieder geschlossen auf die Straße. Peter Westmeier, LIV-Sprecher, reagierte sauer auf Straßen.NRW. Er war Montag beim Treffen des Autobahn- Projektbeirats zum Thema A1/A3 dabei. Westmeier kritisierte, dass die Pläne ausgerechnet in der Advents- und Weihnachtszeit sowie in der Karnevalssession diskutiert würden. Westmeier: „Aus dem Vortrag von Straßen.NRW und dem NRW-Verkehrsministerium konnte man genau das zwischen den Zeilen raushören, was jetzt durch die Medien geht: ,Die Megastelze ist favorisiert!’“ Westmeier bezeichnete es zudem als eine „Frechheit“, dass noch während der Sitzung des Projektbeirates von Straßen.NRW eine Presseinformation veröffentlicht worden sei, über die der Beirat nicht mal informiert war.

Neuigkeiten:

RP: Das Netzwerk gegen Lärm will die A1-Brücke besetzen

Keine Kommentare
10
Apr
2015

LEVERKUSEN

„Vorsicht, Fußgänger auf der Autobahn!“, könnte es bald heißen. Denn nun will auch das Netzwerk gegen Lärm, Feinstaub und andere gefährliche Immissionen (NGL) auf der Autobahn demonstrieren. „Wir wollen auf die Fahrbahn, wir besetzen die Brücke“, kündigte Erhard T. Schoofs als einer der NGL-Sprecher an. Für Staus wolle man aber nicht sorgen, beeilte er sich hinzuzufügen. Etwa eine halbe Stunde, vielleicht an einem Sonntagnachmittag, wenn die A1- Brücke wenig befahren sei, das werde zurzeit mit der Polizei und Straßen NRW verhandelt. Ganz bewusst nimmt das NGL aber nicht an der Demonstration „Tunnel statt Stelze“ am 9. Mai teil, zu der Oberbürgermeister und die Initiative für Verkehrsplanung (LIV) eingeladen haben. Denn die LIVDemo stehe nur für die kleinere Tunnellösung ein, nicht aber für die große Tunnellösung von Köln-Niehl bis Leverkusen-Alkenrath, die Schoofs und seine Mitstreiter zumindest als Planungsvariante einfordern. Wenn nun alle 1041 NGL-Mitglieder bald auf die Brücke gehen, dann wollen sie damit verdeutlichen, dass eine große Tunnellösung aus ihrer Sicht sogar kostensparender sein könne, als die von Bund, Land und Straßen NRW geplante neue Stelzenbrücke. Zahlen kann das Netzwerk zwar nicht vorlegen; die gebe es aber in Kürze von einem Experten, hieß es gestern. Die Bürgerinitiative ist optimistisch, dass sich bei einer großen Tunnellösung eine ganze Reihe von Positionen in dreistelliger Millionenhöhe einsparen ließe: Denn dann könne auf eine A1- Doppelbrücke, auf ein Stelzenkreuz West A1/A59, auf eine Querung der Bayer-Giftmülldeponie, auf Baustellen in Wohngebieten und Behelfsstraßen sowie Umleitungsverkehr in der Stadt verzichtet werden. Auch Erkrankungen durch Feinstaub und Lärm ließen sich durch einen Tunnel mindern, meint das Netzwerk. Und die vom Chempark vorgebrachten Einwände, einen solchen Tunnel dürften die Gefahrgut- Lkw des Konzerns nicht in ausreichendem Maße nutzen, schlägt die NGL in den Wind: Man habe Fachleute an der Hand, die belegten, dass man längst auch gefahrgutsichere Tunnel bauen könne.

Neuigkeiten:
12345