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RP: A1-Brücke: Köln ordnet Aufbau von „Blitzern“ an

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3
Aug
2013

Auf der Rheinbrücke gilt 60 km/h. Fast 80 Prozent der Autofahrer missachten das Limit. Die Stadt muss jetzt Radaranlagen montieren.

VON ULRICH SCHÜTZ
WIESDORF Die Stahlkonstruktion der A1-Rheinbrücke ist so marode, dass selbst Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer vor wenigen Tagen in den Bauch der Brücke kroch, um die bundesweit bekannten Risse im Stahl zu begutachten. Durch die Senkung des Autobahntempos versuchen die Experten, die Schadensausbreitung zu minimieren. Vor allem schwere Lkw lösen Schwingungen (Spannungsspitzen) aus, die den „ermüdungsempfindlichen“ Teilen der Brücke schaden. Auch deshalb gab es das Lastwagenfahrverbot, das heute noch für Lkw über 40 Tonnen gilt. Die Kraftfahrer spielen bei dem Langsamfahren bislang nicht mit. Fast 80 Prozent der Autofahrer missachten das für Autobahnen ungewöhnliche Limit von 60 km/h. Die Stadt Leverkusen muss jetzt „zwingend“ die A1-Rheinbrücke dauerhaft überwachen. Bei Tempokontrollen (Gesamtzeit: 37 Stunden) registrierte die Polizei Köln/Leverkusen im Juni genau 2227 Temposünder. 426 davon waren so schnell, dass sie ein Bußgeld bekamen. Mit Schreiben vom 24. Juli ordnete die Bezirksregierung Köln an, dass an den Enden der Rheinbrücke Starenkästen montiert werden. Die Stadt Leverkusen müsse mit der Überwachung „so schnell wie möglich beginnen“, befiehlt Bezirksregierungsmitarbeiterin Kerstin Arnold der Stadt in unmissverständlichem Ton. Die Unfallkommission der Kölner Regierungspräsidentin hatte sich den Gefahrenbereich kurz zuvor angesehen und den Aufbau der Geschwindigkeitsüberwachungsanlage gefordert. Dagegen gibt es für die Politik kaum eine Möglichkeit des Widerspruchs. Der Leverkusener Stadtrat soll deshalb die „Starenkästen“ in der Sondersitzung am 9. August beschließen. Die Stadt Leverkusen muss die Kosten der Installation tragen. Die Einnahmen fließen allerdings auch in die Leverkusener Stadtkasse. Über den Aufbau einer Tempomessanlage auf der Autobahn 3 bei Opladen, Fahrtrichtung Köln, schrieb die Bezirksregierungs-Vertreterin dagegen nichts. Wegen häufiger Auffahrunfälle war diese Stelle nahe der Auf- und Abfahrt von der Polizei schon vor Jahren auch als kritisch eingestuft worden. Der städtische Rechtsdezernent Frank Stein führte aber bisher keinen Beschluss herbei. Kommunen und Städte können seit den Vorschriftenänderungen vom 15. Juli Autobahnen an Gefahrenstellen stationär überwachen, insbesondere, wenn „überdurchschnittlich häufig“ Temposünder unterwegs sind. Auch an Baustellen und Straßenengpässen sind solche Anlagen möglich, informiert die Bezirksregierung. Da der Neubau der A1-Rheinbrücke „vor 2020“ nicht zu erwarten sei, müsse die Stadt jetzt an der A1 handeln. Werden die „Raser“ auf der Brücke nicht gestoppt, ist ein weiteres Durchfahrtsverbot für Lastwagen möglich. Die Zahl der Schäden nimmt weiter zu.

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KSTA: Hoffnung auf Tunnel nicht begraben

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25
Jul
2013

AUTOBAHN-PLÄNE
Nach Ministerbesuch pochen Ratspolitiker auf Beteiligung

Zwar haben die Verkehrsminister von Bund und Land – Peter Ramsauer (CSU) und Michael Groschek (SPD) – die Hoffnungen Leverkusener Politiker, die Stelzenautobahn mitten im Stadtgebiet könne durch einen Autobahntunnel ersetzt werden, eher gedämpft. Doch aufgeben wollen diese ihre Forderung noch lange nicht. Zwar sei die Zeit- und auch Kostenfrage eine gewichtige, so Bürgermeister Friedrich Busch (FDP) am Tag nach dem Besuch der Minister an der Baustelle Rheinbrücke. Doch die Leverkusener wünschten fast einhellig den Tunnelbau. Die Minister hatten am Dienstagabend am Rheinufer ihr Vorhaben bestätigt, die Leverkusener Rheinbrücke in zwei Abschnitten bis 2020 und 2023 zu erneuern und auszubauen. Parallel soll für die Fortführung der A 1 zwischen der neuen Brücke und dem Leverkusener Kreuz geplant werden. Die in dem Bereich als Hochstraße auf Säulen geführte Autobahn ist ebenfalls schwer sanierungsbedürftig und soll auch verbreitert werden. Das laufe eher nicht auf einen Tunnel hinaus, hatte NRW Minister Groschek bei dem Termin geäußert, zugleich aber ein transparentes Verfahren versprochen, dass die Leverkusener und ihre Wünsche einbeziehe. Echte Mitsprache gewünscht Und dabei dürfe es eben nicht allein um die Anstrichfarbe der Rheinbrücke gehen, schaltete sich am Mittwoch CDU-Fraktionschef Thomas Eimermacher ein, der sich eine eindeutige Sprachregelung für die Tunnelfrage wünschte: Wenn vom Autobahntunnel die Rede sei, müsse künftig klar sein, dass eine Führung in Tunnellage zwischen Wasserturm und Autobahnkreuz gemeint sei. Und an der Forderung nach einem solchen Tunnel halte die CDU im Rat fest. Eine Rheinunterführung sei längst vom Tisch. Die Zusagen der Minister zur Einbeziehung der Leverkusener begrüße seine CDU, so Eimermacher. „Wir erwarten jetzt konkrete Gespräche und die unmittelbare Einbindung in Arbeitsgruppen.“ Der Rat hat bereits die neue Baudezernentin Andrea Deppe mit der Aufgabe betreut. (ger)

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RP: Studie: Sperrung der A1-Brücke hat 60 bis 80 Millionen Euro gekostet

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25
Jul
2013

VON PETER KORN
LEVERKUSEN Die plötzliche, ungeplante Sperrung der A1-Rheinbrücke bei Leverkusen vom 1. Dezember 2012 bis 3. März diesen Jahres hat einer Studie des Institute for Economic Research and Consulting zufolge volkswirtschaftliche Kosten in Höhe von 60 bis 80 Millionen Euro verursacht. 92 Tage war die A1- Brücke Anfang des Jahres für Lkw über 3,5 Tonnen Gesamtgewicht gesperrt. Die Studie von Prof. Dr. Wolfgang Schulz und Miriam Mainka hat im Auftrag der Initiative Pro Mobilität, dessen Präsidium unter anderem die ehemaligen Minister Dr. Peter Fischer und Matthias Wissmann angehören, jetzt die gesamtwirtschaftlichen Kosten für unterschiedliche Ausweichrouten exemplarisch kalkuliert. Ergebnis: Je nach Routenwahl und Verkehrssituation auf den Ausweichstrecken seien Kosten zwischen 31 und 250 Millionen Euro anzusetzen. Hier einige Details: – Der Güterverkehr musste während der dreimonatigen Sperrung Umwege von im Schnitt 20 Kilometern pro Fahrt zurücklegen. – Jeden Tag waren davon rund 15000 Lkw betroffen. – Die volkswirtschaftlichen Kosten entstanden der Untersuchung zufolge vor allem durch Zeitverluste, höhere Betriebs- und Kraftstoffkosten, allerdings auch durch Unfälle, Lärm sowie Umweltauswirkungen. Das Ergebnis der Untersuchung zeigt nach Aussage von Pro Mobilität, dass die eingeschränkte Nutzung oder sogar eine Totalsperrung von Brücken mit sehr hohen gesellschaftlichen Kosten verbunden sind, vor allem für die Nutzer, aber auch in den Bereichen Umwelt und Verkehrssicherheit. „Gerade bei Brücken kommt es aufgrund ihrer strategischen Bedeutung im Straßennetz darauf an, durch rechtzeitige Planung und Finanzierung den Sanierungsstau gesamtwirtschaftlich effizient abzuarbeiten“, lautet denn auch eine der Forderungen des Verbandes. Es könnte übrigens noch nicht der letzte volkswirtschaftliche Schaden gewesen sein, der durch die marode Brücke verursacht worden ist, warnt Pro Mobilität: Eine erneute Sperrung vor Fertigstellung des für 2020 geplanten Neubaus (geschätzte Baukosten 200 Millionen Euro) schließe Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) „explizit nicht aus“.

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