Newsletter:
 Suche:
Besuchen Sie uns:

Der Autobahntunnel kann immer noch kommen

1 Kommentar
24
Feb
2015

Eine große Tunnellösung für den Umbau der A 1 bei Leverkusen habe Straßen NRW nie durchgespielt, gab Projektleiter Christoph Jansen bei einer Infoveranstaltung zu. Bei den Bürgern gab es viel Unmut. Ganz vom Tisch ist der Tunnel aber nicht. Von Miriam Betancourt

Leverkusen. Kommt die große Stelze oder gibt es doch den ersehnten Tunnel? Diese Frage konnte Christoph Jansen von Straßen NRW auch am Montagabend den Mitgliedern des Rates und vielen Bürgern nicht beantworten. So verlegte er sich darauf, den derzeitigen Stand der Pläne zu erläutern. Allein der erste Bauabschnitt wird voraussichtlich 500 Millionen Euro kosten.

Jansen gab gleich zu Beginn zu, eine große Tunnellösung von Niehl bis zum Autobahnkreuz Leverkusen habe die Behörde nie durchgespielt. Begründung: Mit dieser Lösung gebe es keine Verbindung zwischen der A1 und der A59 mehr. Die Folge davon wäre, dass sich ein großer Teil des jetzigen Autobahnverkehrs andere Wege suchen müsste. „Und das würde zu enormen Mehrbelastungen in bebauten Gebieten führen“, erläuterte Jansen. Ein Gutachten hätte starke Verkehrsströme auf dem Stadtgebiet von Leverkusen und Langenfeld deutlich gemacht. Den Wert des Gutachtens stellte Erhard Schoofs von der Bürgerliste mit rotem Kopf infrage: „Sie wissen doch selbst, dass man jedem Gutachten ein Gegengutachten gegenüberstellen kann.“ Doch Jansen blieb dabei. „Mit den derzeitigen Planungen zum ersten Bauabschnitt ermöglichen wir immer noch im zweiten Teilabschnitt die Tieferlegung der Autobahn“, versuchte der Projektleiter die erhitzten Gemüter zu beruhigen, hatten sich doch direkt zu Anfang seines Powerpoint-Vortrags Vertreter der Leverkusener Initiativen für Verkehrsplanung mit Plakaten erhoben.

Beim Thema Lärm konnte Jansen konkret werden. „Wir werden Lärmschutzwände von bis zu acht Metern bauen und offenporigen Belag verwenden. Damit können wir die Tagesgrenzwerte einhalten“, sagte Jansen. Die darunter liegenden Lärmgrenzen für die Nacht könnten diese Maßnahmen aber nicht gewährleisten. „Wir werden dann passiven Lärmschutz betreiben.“ Die betroffenen Häuser würden mit schallisolierten Fenstern und Lüftungssteinen versehen, damit Bewohner nicht die Fenster aufmachen müssen.

Doch trotz dieser und vieler anderer Details kamen vor allem die Bürger immer wieder auf ihre Forderung nach einem großen Tunnel zurück. Unmut entlud sich wortreich, da sie sich nicht richtig gehört fühlten. Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn versuchte zu beruhigen und verwies auf die Aussage, dass der Tunnel im zweiten Bauabschnitt immer noch kommen könne: „Das lässt mich weiterhin friedvoll mit den Planern von Straßen NRW und der Landesregierung arbeiten.“

Für Mittwoch, 22. April, plant die Verwaltung eine Infoveranstaltung für Bürger im Forum.

Neuigkeiten:

A1-/A3-Ausbau: Initiativen planen Großdemo

4 Kommentare
18
Feb
2015

Die Initiativen für Verkehrsplanung wollen Druck auf die Autobahnbehörde ausüben. Buchhorn will mitdemonstrieren. Von Ludmilla Hauser

LEVERKUSEN Angekündigt hatte Reinhard Buchhorn vor längerer Zeit zwei Dinge: a) „Die Stelze im Bereich Küppersteg muss weg.“ Dafür muss die Tieflage der A1 vom Leverkusener Kreuz soweit wie möglich bis zur ebenfalls neu zu bauenden Rheinbrücke, am besten verschwinde die A 1 schon im Bürgerbusch unter die Erde, damit die Abzweigung von der A 3 von und nach Oberhausen ebenfalls bereits von der Anschlussstelle Opladen kommend früh abgesenkt werde.
Und b) Wenn diese Lösung nicht komme, „werden wir das Leverkusener Autobahnkreuz besetzen“. Er wolle sich dann auf das Kreuz setzen und lud Bürger ebenfalls dazu ein.

Ganz so weit ist es noch nicht, aber bald schon räumlich nahe dran. Die Leverkusener Initiativen für Verkehrsplanung (LIV) kündigten gestern die Planung einer Großdemo an …

• für die Tieflage der A 1 statt einer Monsterstelze, die angrenzende Häuser und Gärten in den Dauerschatten legt
• und für die Tieflage der A 3 statt Enteignungen.

Ende April/Anfang Mai soll die Demo laufen. Peter Westmeier, Sprecher der LIV: „Wir planen zurzeit einen Demonstrationszug aus der Schleswig-Holstein-Siedlung kommend über die Bismarckstraße bis nach Küppersteg zur Stelze. Damit werden die betroffenen Anwohner der A 3, A 1 und vom Kreuz direkt einbezogen.“ Der Ausbau der A 3 ohne Tieflage „kann ja nur die Enteignung von Grundstücken, die für den Ausbau weichen müssen, bedeuten“, rief er in Erinnerung.

Wie sich die Autobahnbehörde Straßen.NRW das Thema A1/A 3 vorstellt, will sie am 22. April bei einer Informationsveranstaltung im Forum den Bürgern vorstellen. „Das ist ein vorentscheidender Zeitpunkt, weil bis dahin die Machbarkeitsstudie für die Stelze vorliegt und dann wohl auch deutlich wird, wie die A 3-Planungen aussehen sollen“, erläuterte Westmeier. „Wir sind überrascht, dass Straßen.NRW einen Termin im April gewählt hat, angekündigt war die Veranstaltung erst für Juni. Aber damals, als es auf Höhe Lützenkirchen um eine neue Raststätte an der A1 ging, wurde der Info-Termin auch vorgezogen.“

Optimal wäre es, die Demo noch vor den Forum-Termin zu legen. „Aber das ist terminlich nicht machbar“, sagte der LIV-Sprecher.

Doch auch eine Demo nach dem Info-Termin kann Wirkung entfalten. Das weiß Westmeier aus den Erfahrungen mit der Raststätte. Es sei wichtig, jetzt schon auf die Großveranstaltung aufmerksam zu machen, um den Druck auf die Behörden zu erhöhen. „Bevor die Planer ihre Lösungen präsentieren, sollen sie wissen, dass nach ihrer Präsentation richtig Theater auf die Straße kommen wird.“ Dafür wünscht er sich in Küppersteg mindestens 2000 bis 3000 Menschen. Gerne mehr, vor allem „eine rege Teilnahme auch der Leverkusener Politiker. Oberbürgermeister Buchhorn hat seine Teilnahme schon zugesagt.“ Und zwar, weil er froh ist, dass Leute für die Bürger signalisieren, „dass wir hier in Leverkusen die Machbarkeitsstudie argwöhnisch und genau unter die Lupe nehmen werden“, sagte Buchhorn gestern.

Zu seiner Kreuzblockade-Aussage von Ende 2013 steht er. „Strenge Maßnahmen sind jetzt nicht nötig, denn wir wissen nicht, welche Lösung vorgeschlagen wird. Aber wenn wir glauben, dass es eine technische Möglichkeit gibt, dass die Stelze weg- und die Fahrbahn unter die Erde kommt und es am Ende nur um 100 Millionen Euro geht, greifen wir auch zu haarsträubenden Mitteln, um zeigen, dass wir uns nichts gefallen lassen. Hier geht es auch um die Gesundheit der Bürger.“

Neuigkeiten:

OB Buchhorn weist Kritik wegen “Kuschelkurs” zurück

Keine Kommentare
12
Feb
2015

Leverkusen/Düsseldorf. Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn hat sich am Mittwoch gegen die öffentliche Kritik von Rolf Kraneis gewehrt, in der Angelegenheit “Autobahnprojekte” einen “Kuschelkurs” mit der Autobahnbehörde Straßen.NRW zu fahren.

Dies sei nicht der Fall, er setze sich “mit hohem Engagement” für eine “Tieflage der A1″ im Bereich der heutigen Stelzenautobahn ein, schrieb Buchhorn an Kraneis und seinen Mitstreiter Lutz von Waldowski.

Derzeit liegen die Ergebnisse der Vorplanungen (Machbarkeitsstudie, Alternativstrecken) für die “Stelzenautobahn” noch nicht vor, erinnerte Buchhorn. Man müsse den Planern Zeit geben, “die zugesagten … ergebnisoffenen Planungen durchzuführen”. Sollte das Land die tiefer gelegte A1 nicht wollen, werde es öffentlichkeitswirksame Aktionen geben. Bürgerinitiativen bereiteten schon Demos vor.

Rolf Kraneis hatte in einem “Offenen Brief” beklagt, dass er im Stadtrat keinen Vortrag zu den Autobahnprojekten halten durfte, weil der Rat nur die üblichen vier Minuten Zeit geben wollte, Kraneis aber gesagt hatte, 15 Minuten zu brauchen, sonst bringe das nichts.

Neuigkeiten:
1234