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KSTA: Kernbündnis will doppelte Rheinbrücke verhindern

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15
Jan
2016

A 1 CDU, Grüne und Opladen plus haben grundsätzliche Bedenken – Stadt findet zahlreiche Mängel in den Unterlagen

In letzter Sekunde will beinahe der halbe Stadtrat das Mega-Projekt Autobahn-Ausbau kippen. Am Donnerstagnachmittag legten CDU, Grüne und Opladen plus einen Antrag für den kommenden Montag vor. Dann sollen Stadtrat und Bezirksvertretungen Leverkusens Stellungnahme zum Neubau der Rheinbrücke und des Spaghettiknotens durchwinken. Im Rathaus hat man zwar zahlreiche Mängel in den Unterlagen von Straßen NRW gefunden. Grundsätzliche Bedenken an der Planung werden freilich nicht geäußert. Die bringt das „Kernbündnis“ vor: Mit der „beispiellosen Kapazitätsaufweitung“ der A 1 werde für alle Zeit festgeschrieben, dass der komplette und nach Prognosen bis 2030 zunehmende Querungsverkehr an der Rheinschiene „ausschließlich über Leverkusener Stadtgebiet abgewickelt wird“. Die Verbreiterung der Brücke auf zehn Spuren und die daraus folgende Verbreiterung der A 1 bis zum Leverkusener Kreuz führe zu „gravierenden stadtzerstörerischen Eingriffen“. Der Gigantismus des Ausbaus und die resultierende Kosten-Unsicherheit machten in Küppersteg „eine Tunnellösung unwahrscheinlich“. Zudem treffe Straßen NRW im jetzt beantragten ersten Bauabschnitt eine Vorentscheidung gegen den Tunnel: „Der östlichste Punkt liegt knapp 500 Meter tief im Bereich des zweiten Bauabschnitts.“ Das mache die nachfolgende Untertunnelung im Bereich der heutige Stelze „unmöglich“, schreiben die Fraktionschefs Thomas Eimermacher, Roswitha Arnold und Markus Pott. „Wie eine offene Wunde“ Schließlich das Aufgraben der Giftmüll-Deponie. Diese „unwägbaren Einschnitte“ sind nur nötig wegen der viel breiteren Doppelbrücke. Auch nach den Probebohrungen blieben Risiken, die erst beim Bau bewertet werden könnten. Heißt: Man müsse sich „in der Baugrube Meter für Meter“ vorantasten. „Es ist mit einer Großbaustelle zu rechnen, die wie eine offen Wunde über Jahrzehnte nicht geschlossen werden kann.“ SPD-Fraktionschef Peter Ippolito glaubt, dass es für Fundamental- Opposition jetzt zu spät ist. „Darüber hätte man vor eineinhalb Jahren reden müssen.“ Spontan sieht er seine Fraktion nicht an der Seite des Kernbündnisses. Aber das kann sich bis Montag noch ändern. Die Stadtverwaltung indes viele Probleme im Detail gefunden. Warum wird der Lärm nicht bestmöglich bekämpft? Wie laut ist es während der Bauarbeiten? Wo sind die Ergebnisse der Probebohrungen in der Deponie? Und wie kommt Straßen NRW dann auf die Mengen an Boden, der zum Teil verbrannt werden muss? Was passiert mit der Grundwasser-Sperrwand, mit der die Kippe unterirdisch abgedichtet ist? Wo ist das Verkehrsgutachten für die Bauphase? Das alles fehlt in den Unterlagen, die Straßen NRW für den ersten Abschnitt des A-1-Umbaus eingereicht hat. Das war im November. Allerdings fehlte Material insbesondere zu den Themen Klimaschutz und Luft sowie Verkehrslärm. Das wurde von den Planern auch nicht nach Leverkusen geschickt, sondern musste bei Straßen NRW eingesehen werden: Das geschah vorigen Montag. Bis kommenden Dienstag muss die Stadt zur Ausbauplanung Stellung nehmen. Deshalb die Sitzungen der drei Bezirksvertretungen und des Stadtrats am Montag. Alle Gremien müssen mit Nachträgen und Tischvorlagen rechnen. Schon der Beginn des Jahrhundert- Projekts Autobahn-Ausbau wird in größter Hektik und mit teils halbgaren Angaben geplant.

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Tunnel oder Stelze: Die Antwort blieb offen

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25
Feb
2015

Leverkusen. Die geplante Monsterbaustelle für die neue Leverkusener Rheinbrücke, für den kompletten Neubau des Autobahnkreuzes “Leverkusen-West” (“Spaghetti-Knoten”) und für die weiteren Ausbauten von A 1 und A 3 elektrisiert offensichtlich die meisten Leverkusener überhaupt nicht. Von Ulrich Schütz

Dass diese Projekte für teils lange Umwege und damit längere Fahrzeiten im Bereich Leverkusen führen werden, sorgt jedenfalls nicht für volle Säle: Nur knapp 120 Teilnehmer kamen Montagabend zur Informationsveranstaltung im Ratssaal, auf der Projektleiter Christoph Jansen (Autobahnbehörde Straßen.NRW) zu den geplanten Vorhaben referierte. Die Fraktion Bürgerliste hatte die Veranstaltung beantragt.

Rheinbrücke und die so genannte Stelzenautobahn sind nach Gutachteraussagen so marode, dass eine Sanierung wirtschaftlich unsinnig ist beziehungsweise technisch auch unmöglich erscheint. Die Küppersteger im Bereich der A 1-Stelze fordern seit Bekanntwerden der Neubaupläne das Verlegen der A1 in einen Tunnel. Politik und Stadtspitze unterstützen die Forderung. Ob der Bund die achtspurig vorgesehene Autobahn tatsächlich in die Tiefe versenkt, darauf gibt es immer noch keine Antwort: “Die notwendige Machbarkeitsstudie liegt uns erst Mitte des Jahres vor”, berichtete Jansen den Zuhörern, unter denen sich geschätzt nur knapp 30 Politiker befanden. Der Projektleiter betonte ausdrücklich, dass es noch keine Variantenvorentscheidung gebe: “Hochlage (also Stelze) oder die Tieflage mit Teilabdeckung (Wirkung wie ein Tunnel) würden untersucht. Je Ausbauvariante müssten auch die Lärmschutzmaßnahmen angepasst werden, sagte Jansen. Vor dem Neubau der Stelzenfahrbahnen wird auf jeden Fall die Rheinbrücke gebaut. Bestätigt hat er dafür den Zeitplan:

– Die erste Brückenhälfte soll “vor-aussichtlich” 2017 bis 2020 gebaut werden.
– Die zweite Hälfte folgt nach dem Abriss der alten Brücke “voraussichtlich” zwischen 2020 und 2023.

Während der Brückenbauarbeiten soll es keine weiteren Autobahn-Großbaustellen im Raum Köln-Leverkusen geben. Auf der A 1 werden nach Angaben von Jansen immer – auch beim Brückenbau – sechs Fahrspuren auf der A 1 offen bleiben. Spannend wird es, wenn die Stelzenbauwerke dran sind. Dann wird es in der Nähe des Neulandparkes eine provisorische Abfahrt von der A 1 geben. Der Verkehr läuft dann über eine “Baustraße” an der Baustelle vorbei. Zu einem anderen Projektzeitpunkt werden die Fahrer über die A 59 bis Ausfahrt Rheindorf und zurück geleitet.

Die Bürgerlisten-Vertreter nutzten die Info-Veranstaltung als Forum, um ihre Forderung nach einem Tunnel zwischen Köln-Niehl und Leverkusener Autobahnkreuz zu betonen. Bei einem solchen Tunnel fielen aber die Abfahrten zur A 59 und in Richtung Rheinallee weg, sagte Jansen. Dies würde bedeuten, dass pro Tag 47 000 Fahrer sich andere Weg suchen müssten. Gutachter befürchten Schleichwegfahrten durch Leverkusen-Mitte und Zusatzbelastungen für Langenfeld-Reusrath.

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KSTA: Bürger wollen eine Tunnelstudie

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29
Jan
2014

AUTOBAHNPLANUNG
Netzwerk gegen Lärm macht sich für tabulose Prüfung stark

VON THOMAS KÄDING
Den Rheintunnel haben sie noch nicht aufgegeben. Vielmehr wollen die Aktivisten des Netzwerks gegen Lärm neue Fakten haben. „Wir verhandeln mit einem renommierten Tunnelbauer über eine Machbarkeitsstudie“, sagte am Dienstag Manfred Schröder aus dem Vorstand des Netzwerks. Die beiden Hauptargumente gegen eine Rheinunterquerung als Ersatz für die marode Brücke hält er für nicht stichhaltig: Dem Problem, einen Tunnel durch die Giftmülldeponie am Leverkusener Rheinufer treiben zu müssen, könne man mit einer veränderte Trassenführung begegnen. Und dass sehr wohl Gefahrgut-Transporte durch eine entsprechend ausgerüstete Röhre geschickt werden könnten, zeigten Tunnelprojekte anderswo. Jüngstes Beispiel sei die geplante Röhre zwischen Fehmarn und Dänemark. Auch für diesen Übergang sei ursprünglich eine Brücke vorgesehen gewesen. Jetzt soll dort ein Tunnel gebaut werden. Die weiteren Daten aus dem Norden legten zudem den Schluss nah, dass man im Erdreich schneller voran kommt: „Der Fehmarn-Tunnel soll 2020 fertig sein. Und die haben noch nicht einmal mit dem Bau angefangen“, argumentierte Schröder im Forum. Sein Mitstreiter Michael Geus sagte: „Wir halten beide Tunnels für möglich und machbar.“ Diesen Ansatz vermissen die Bürger inzwischen bei den Politikern. Nicht nur Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn habe sich von der großen Tunnellösung verabschiedet. Doch dieser Rückzug komme eindeutig zu früh. Deshalb gibt es jetzt einen Bürgerantrag. In dem wird gefordert, „dass alle Lösungen ergebnisoffen zumindest in grundsätzlicher Form und in Skizze geplant und den betroffenen Bürgern vorgestellt werden.“ Auch nicht ausblenden will das Netzwerk ein anderes Thema: die gesundheitlichen Folgekosten der Autobahnerweiterung. Geus findet, das sei ein gutes Thema für Karl Lauterbach. Der SPD-Bundestagsabgeordnete sei schließlich Gesundheitsökonom. Beide Anträge sollen am 17. Februar im Stadtrat vorgestellt werden.

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